Julius Caesar

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Gaius Julius Caesar war ein römischer Feldherr und Politiker, der den Wandel der Republik hin zum Kaiserreich mit begründete und der noch heute als eine der erinnerungswürdigsten Figuren der Römischen Geschichte angesehen wird.

Der zukünftige Imperator

Geboren wurde Caesar am 13. Juli des Jahres 100 vor Christus in die Patrizierfamilie der Julier, eine der ältesten Familien des antiken Roms, die aus der Stadt Alba Longa stammte. Die Geschichte der Familie der Julier wurde im alten Rom bis zu Aeneas, den Sohn der Venus, der mit seinem Vater Anchises aus Rom geflohen war, zurück verfolgt. Diese Art der Ahnenforschung, die in Rom äußerst beliebt war, ist historisch jedoch umstritten. Vielmehr sollte die Verbindung mit mythologischen Figuren die Herrschaftsansprüche der großen Familien legitimieren. So verbanden die Julier sich mit Aeneas, der bereits in Homers „Illias“ erwähnt wird und dessen Flucht aus Troja Vergil in der „Aeneis“ beschreibt. Dessen Geschlecht lebte fort im legendären König Romulus, der nach seinem Tod zur Gottheit aufstieg, und sicherte die Ansprüche der Julier. Der Ursprung des Cognomen Caesar, unter dem Gaius Julius Caesar hauptsächlich bekannt ist, ist dagegen weniger verbürgt. Die berühmtesten Spekulationen beziehen den Namen allerdings auf den Prozess der durch Schnitt eingeleiteten Geburt oder sehen die Ursprünge des Namens sogar im zweiten punischen Krieg – der Cognomen wurde wie auch der Familienname über die Generationen hinweg vererbt. Auch wenn Caesar aus einer adligen Familie stammte, gehörte er politisch nicht zur obersten Schicht Roms, dafür war sein Geschlecht nicht reich genug. Seinen Ehrgeiz trübten diese Voraussetzungen allerdings nur wenig.

Die politische Laufbahn

Für Römer (und vor allem spätere Feldherren) eher ungewöhnlich entschloss sich Caesar jedoch nicht zur Weiterbildung in militärischer Laufbahn, sondern schulte vor allem seine Redekunst in Griechenland. Auf dem Weg nach Rhodos um 75 v. Chr. wurde Caesar von Piraten in Geiselhaft genommen, eine damals beliebte Taktik der Seeräuber, um Lösegelder von den römischen Familien zu erpressen. Auch Caesar ließ sich zunächst freikaufen, bezahlte allerdings nach seiner Rückkehr eine Flotte, um sich an seinen Geiselnehmern zu rächen. Ein Jahr später begann seine politische Laufbahn als Quästor, dem niedrigsten Amt der römischen Ämterlaufbahn. Währen dieser Amtszeit verstarb seine erste Frau und Caesars zweite Ehe ebnete den Weg für seine politische Laufbahn. Mit dem Geld seiner zweiten Frau Pompeia konnte er schnell weitere Ämter durchlaufen und war bereits im Jahre 63 vor Christi Geburt Pontifex Maximus, der höchste Priester des römischen Reiches. Auf seinem Weg dorthin wurde bereits deutlich, dass Caesar – inzwischen auch Mitglied des Senates – weniger ein Mann des Staatsapparates war, sondern dem Volk nahe blieb. Die privat finanzierten Spiele sicherten ihm die wichtigen Stimmen der Patrizier, verschuldeten ihn aber immer weiter.

Senatsrede nach der Verschwörung Catilinas

Als politisch wichtigstes Ereignis der Zeit vor seinem Konsulat, wird seine Senatsrede nach der Verschwörung Catilinas angesehen. Catilina hatte noch davor versucht, in einem erfolglosen Putsch den römischen Senat zu stürzen, Caesar sprach sich nun in einer flammenden Rede gegen dessen Hinrichtung aus und machte sich im Senat einen lebenslangen Feind: Den damaligen Konsul Cicero. Um selbst in das höchste Amt des antiken Roms aufzusteigen, musste Caesar ein Bündnis eingehen, dass heute noch als das erste Triumvirat (wörtlich das Bündnis der drei Männer) bekannt ist. Gemeinsam mit den Politikern und Generälen Crassus und Pompeius sammelte Caesar Stimmen, um sich in das Amt des Konsuls wählen zu lassen.

Als Caesar im Jahre 59 v. Chr. zum Konsul gewählt wurde, hatte er noch nicht einmal das Mindestalter von 43 Jahren erreicht, bekleidete aber bereits das wichtigste Amt des Reiches. Als Konsul setzte er, auch gegen den Willen des zweiten Konsuls Bibulus, beim Senat unbeliebte Gesetze zur Ansiedlung von Kriegsveteranen und Änderungen im Steuerrecht durch. Insbesondere durch die Steuerreformen machte Caesar sich beim Volk beliebt, seine wahre Bestimmung fand er jedoch als Prokonsul und Feldherr in Gallien. Das Prokonsulat bot Caesar die Möglichkeit, persönlich Heere auszuheben, die faktisch nicht länger dem Reich, sondern ihm persönlich unterstellt waren.

Krieg gegen keltische Stämme

Das Heereswesen jener Zeit war darauf ausgerichtet, dass ein Prokonsul Armeen privat finanzieren und zum Wohle des Reiches zu führen konnte. Finanziell und politisch benötigte Caesar einen Expansionskrieg – als Prokonsul Illyriens und Galliens beschloss Caesar, gegen die keltischen Stämme ins Feld zu ziehen. Anlass für den Krieg war die beständige Gefahr durch die Helvetier. Ganz im Sinne des römischen Militärapparates befriedete Caesar die barbarischen Stämme, indem er sie zurückschlug, ohne sie jedoch zu annektieren. Grund für den Beschluss war ein Angriff auf den mit Rom verbündeten Stamm der Haedurer, allerdings waren solche Bedrohungen für den Senat meist nur politische Legitimation für einen Angriffskrieg. Der Krieg mit den von den Römern Gallier genannten Kelten zog sich insgesamt von 59 bis 50 vor Christus und war maßgeblich von Caesars eigenem Ehrgeiz geprägt. Die Legionen Caesars drangen in ihrem Marsch rasch bis zur Atlantikküste vor und schlugen einen Aufstand des Aufrührers Vercingetorix in Alesia durch eine Belagerung nieder.

Der rasche Fortschritt der römischen Heere war dabei nicht nur auf die militärische Disziplin der Legionen zurück zu führen, auch der Bau von militärischen Brücken und Lagern beschleunigte den Vormarsch und sicherte Caesar so viele militärische Erfolge in einem zehnjährigen Prokonsulat.

Der Bürgerkrieg

Im Jahre 53 vor Christus war das erste Triumvirat zerfallen. Crassus war im Krieg gegen die Parther gefallen und sein ehemaliger Bündnispartner Pompeius hatte sich von ihm abgewandt. Im Jahre 49 vor Christus überschritt Caesar mit seinem Heer den Grenzfluss Rubikon und marschierte gen Rom. Aus dem Übermarsch stammt das Zitat „Alea iacta est“, mit dem Caesar die nun getroffene Entscheidung des Bürgerkrieges beschrieb. Nach dem Marsch auf Rom, wo man Caesar erneut zum Konsul wählte, schlug er die Legionen des Pompeius, die an die Grenzen des Reiches geflohen waren, in mehreren Schlachten entscheidend zurück und ließ sich den Kopf seines ehemaligen Verbündeten in Alexandria überreichen. Als Caesar im Jahre 46 v. Chr. nach Rom zurück kehrte, ließ er sich zum Diktator auf Lebenszeit ausrufen, ein schwerer Affront gegen den römischen Senat und die Geschichte des Reiches.

Um ein erneutes Königreich in Rom zu verhindern, schlossen sich einige Senatoren um Brutus und Cassius zusammen und erstachen Caesar am 15. März 44 v. Chr. (den sprichwörtlichen „Iden des März“). Hierauf folgte ein zweiter Bürgerkrieg zwischen Marcus Antonius und Caesars Neffen Octavian, der das römische Reich zunächst in Chaos stürzte und das endgültige Ende des vom Senat regierten Roms darstellte.

Kulturelle Einschläge Caesars

Die Figur des Caesar, die wie heute kennen, ist maßgeblich durch Shakespeares Bühnenstück „Julius Cäsar“ geprägt, in dem die Schuld an dem Bürgerkrieg größtenteils bei Brutus und den Verschwörern liegt, während Caesar als volksnaher Verteidiger des Reiches gilt. Entsprechend wird sein Tod im Bürgerkrieg gerächt und die ihm getreue Fraktion um Marcus Antonius und Octavian erobert das Reich. In der europäischen Popkultur ist Caesar vor allem als leicht trotteliger Diktator aus „Asterix & Obelix“ bekannt und schickt den belagerten Galliern Legion nach Legion entgegen. Sein größtes literarisches Werk „De Bello Gallico“ gehört noch heute im Lateinunterricht zur Standardlektüre und beschreibt seinen Feldzug gegen die gallischen Stämme.

Unbestritten ist sein Einfluss auf die Weltpolitik, denn durch den Bürgerkrieg stürzte er die römische Demokratie (sofern diese unter heutigen Maßstäben noch als Demokratie bezeichnet werden kann) und der erste Kaiser eines neuen römischen Reiches war sein Ziehsohn Octavian, der als Kaiser Augustus den Grundstein für die stärkste Phase der Expansion des Reiches legte.

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