Helmut Schmidt

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Helmut Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 im norddeutschen Hamburg geboren. Als Politiker der SPD und fünfter Bundeskanzler Deutschlands erlangte er internationale Bedeutung. In seiner Position als Bundeskanzler agierte Schmidt von 1974 bis 1982. In Hamburg übernahm er ab 1961 den Posten als Senator der Polizeibehörde. Während der verheerenden Sturmflut im Jahr 1962 erlangte er als Krisenmanager überregional Beliebtheit. In den Jahren von 1969 bis 1969 übernahm er den Vorsitz der Bundestagsfraktion der SPD. Anschließend arbeitete er als Bundesverteidigungsminister. 1972 übernahm er den Posten als Wirtschaftsminister. Noch im gleichen Jahr war er Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Position agierte er bis 1974. In seiner Zeit als Bundeskanzler leitete er für beinahe drei Wochen das Bundesaußenministerium als gegen Ende der Legislaturperiode die FDP als Koalitionspartner ausschied. Heute agiert der Altkanzler als Mitglied der Atlantik-Brücke, die als deutsch-amerikanisches Netzwerk tätig ist.

Leben von Helmut Schmidt

Altkanzler Helmut Schmidt beteiligt sich bis heute an politischen Debatten und öffentlichen Diskussionen. Im März 1937 legte er an der in Hamburg niedergelassenen Lichtwarkschule sein Abitur ab. Anschließend bestritt er zunächst seinen sechs Monate andauernden Arbeitsdienst. Der junge Schmidt wurde bereits am 1. Oktober 1937 zum Wehrdienst eingezogen und diente bei der in Vegesack stationierten Flakartillerie. Während dieser Zeit entwickelte sich eine intensive Freundschaft zu Cato Bontjes und Tim van Beek. Schmidt war von 1941 bis 1942 Offizier und diente an der Ostfront. In dieser Zeit war er beispielsweise an der historisch bedeutenden Leningrader Blockade beteiligt. Für seinen Einsatz erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Oberleutnant Helmut Schmidt war dem Reichsluftfahrtministerium angehörig. In dieser Position wurde er als Zuschauer abkommandiert und musste die Prozesse des Volksgerichtshofs begleiten, die gegen jene Männer geführt wurden, die am Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt waren.

Während des Prozess ließ sich Schmidt schließlich vom vorgesetzten General von der zugewiesenen Zuhörerschaft entbinden. Ihn widerte das Verhalten von Roland Freisler, Vorsitzender Richter des Prozesses, an. An der Westfront diente er schließlich ab Dezember ’44 als Batteriechef. Anfang 1945 äußerte sich Schmidt sowohl über das NS-Regime als auch über den Reichsmarschall Göring kritisch. Ein Führungsoffizier der NS wollte Schmidt dafür vor Gericht stellen. Zwei Generäle, die Schmidt vorgesetzt waren, konnten das verhindern. Durch permanente Versetzungen war ein Zugriff durch die Justiz nicht möglich. In Soltau geriet Schmidt im April 1945 schließlich in britische Kriegsgefangenschaft. 1945 verfolgte er in einem Gefangenenlager in Belgien einen von Hans Bohnenkamp geführten Vortrag. Er nahm ihm schließlich auch die letzten Illusionen, die Schmidt über den Nationalsozialismus hatte. Bereits am 31. August 1945 wurde er in Belgien aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Im März 1958 wurde Schmidt, nachdem die Bundeswehr gegründet wurde, zum Reservehauptmann ernannt. In Hamburg-Iserbrook beteiligte sich Schmidt im Oktober und November 1958 an einer Wehrübung. Daraufhin wurde er zum Vorstand der Bundestagsfraktion der SPD gewählt.

Familie von Helmut Schmidt

International ist Schmidt heute als bekennender Raucher bekannt. Bis heute raucht er in Fernsehstudios und Fernsehreportagen. Auch im öffentlichen Raum wird dem Altkanzler das Rauchen bis heute nicht verboten. Da im Plenarsaal des deutschen Bundestags schon früh striktes Rauchverbot herrschte, nutzte er während der Sitzungen Schnupftabak. Nach Ansicht von Schmidt handelt es sich beim aktuell verschärften Rauchverbot um eine gesellschaftliche Erscheinung vorübergehender Form. Bei Schmidts Vater Gustav handelte es sich um einen unehelichen Sohn des jüdischen Bankiers Ludwig Gumpel. Er wurde von Familie Schmidt adoptiert. Gustav Schmidt wuchs im Haus eines Hafenarbeiters auf und wurde schließlich Volksschullehrer. Wie Schmidt später erklärte, versuchte er gemeinsam mit seinem Vater seine jüdische Abstammung zu verbergen. Beide entschieden sich für Urkundenfälschung. Dadurch wurde für sie der Ariernachweis erteilt. Aufgrund seiner Abstammung hätte er als „jüdischer Mischling zweiten Grades“ Benachteiligungen erfahren. Diese Zusammenhänge räumte Schmidt erst im Jahr 1984 in der Öffentlichkeit ein und reagierte damit auf eine direkte Nachfrage. 1992 veröffentlichte Schmidt seine „Kindheits- und Jugenderinnerungen“. Darin erklärte er, dass die Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus durch seine Herkunft mitbestimmt wurde.

Obwohl Schmidt zu keiner Zeit als Nationalsozialist galt, ließ er sich zeitweise von der sozialistisch gestalteten Propaganda des NS-Regimes fesseln. Am 27. Juni 1942 heiratete Schmidt schließlich Hannelore Glaser. Gemeinsam mit Hannelore, die als Loki bekannt ist, bekam Helmut Schmidt zwei Kinder. Sein Sohn Helmut Walter wurde mit einer Behinderung geboren und verstarb bevor er ein Jahr alt wird. Schmidt erkrankte im Herbst des Jahres 1981. Im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz wurde ihm daraufhin ein Herzschrittmacher eingesetzt. Wegen Adam-Stokes-Anfällen musste Schmidt zuvor bereits zweimal reanimiert werden. Schmidt verfügt seit Langem über einen Wohnsitz in Hamburg-Langenhorn. Im August 2012 erklärte er, dass Ruth Loah seine neue Lebensgefährtin ist. Seine Frau Loki starb im Jahr 2010. Ruth Loah zählte bereits seit Jahrzehnten zu Schmidts Vertrauten.

Helmut Schmidt als Politiker

Als er 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, schloss sich Schmidt mit Hans Bohnenkamp zusammen. Beide traten der SPD bei. Zunächst konzentrierte sich das Engagement von Schmidt auf den SDS, den Sozialitischen Deutschen Studienbund. In den Jahren 1947 und ´48 war er Vorsitzender des SDS. Im Gegensatz zu den beiden SPD-Bundeskanzlern Willy Brandt und Gerhard Schröder übernahm Schmidt nie den Posten des Bundesvorsitzenden seiner Partei. Als eigene Vorbilder bezeichnete er Ernst Reuter, Fritz Erler und Wilhelm Hoegner. Schmidt übernahm den Posten als Bundeskanzler nach dem Rücktritt von Willy Brandt. Bereits am 16. Mai 1974 beschloss der Bundestag mit insgesamt 267 Ja-Stimmen, dass Schmidt der fünfte Bundeskanzler Deutschlands wird. Während seiner Amtszeit stellte er sich mehreren Herausforderungen. Zu den Größten zählten die internationale Wirtschaftsrezession, sowie die Ölkrisen in den 1970er-Jahren. Unter der Führung Schmidts überstand Deutschland die Rezession besser als viele andere Industrieländer. In den Jahren 1976/77 widmete er sich der Problematik der Rentenfinanzierung.

Im Deutschen Herbst setzte sich Schmidt mit dem Terrorismus, der von der Roten Armee Fraktion, kurz RAF, ausging, auseinander. Erst später bezeichnete er seine frühe Verhandlungsbereitschaft, die er vor allem an den Tag legte als Peter Lorenz im Jahr 1975 entführt wurde, als Fehler. Anschließend entschied er sich für eine härtere Linie. Sie brachte ihm vor allem von Seiten der Angehörigen harsche Kritik ein. Später räumte er ein, dass er die Verantwortung, die er bei solchen Geiselnahmen hatte, als existenziell bedrückend wahrnahm. Schmidt gilt deutschlandweit als Befürworter der Kernkraft. Seine Regierung beabsichtigte im Jahr 1977 den Bau einer Anlage, die der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen diente. Die Anlage sollte in Gorleben entstehen. Als Bundeskanzler verbesserte Schmidt gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Valéry Giscard d’Estaing die deutsch-französischen Beziehungen. Sie realisierten wichtige Schritte, die hin zur europäischen Integration führten. Kurz nach der Amtsübernahme von Schmidt etablierte sich der Europäische Rat erfolgreich.

Als erster Staatsmann der westlichen Länder wies Schmidt im Jahr 1977 bereits auf die Gefahren hin, die durch das Rüstungsgleichgewicht entstanden. Im Zuge seiner Befürchtungen drängte er auf einen NATO-Doppelbeschluss. Durch ihn wurde in Westeuropa die Aufstellung von Mittelstreckenraketen vorgesehen. Die Aufstellung wurde mit einem an die Sowjetunion gerichteten Verhandlungsangebot verbunden. Demnach sollte beiderseits auf Waffensysteme dieser Art verzichtet werden. In der Bevölkerung galt der Beschluss ebenso wie in der SPD selbst als umstritten. Die sozialliberale Koalition, die über Jahre von Schmidt geführt wurde, scheiterte schließlich im Spätsommer 1982. Ein wesentlicher Grund waren die Differenzen, die in der Wirtschafts- und Sozialpolitik vorhanden waren. Als am 17. September des gleichen Jahres sämtliche FDP-Minister ihren Rücktritt bekanntgaben, übernimmt Schmidt zusätzlich das Außenministerium. Ohne Bundestagsmehrheit führte er zunächst die Regierungsgeschäfte weiter.

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