Organisationen

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Zahlreiche Organisationen arbeiten global oder zumindest in einer sehr intensiven Art und Weise inter- und transnational. Globale Organisationen sind einerseits Treiber, andererseits aber auch Profiteure oder sogar das Produkt der Globalisierung. Im Folgenden stellen wir einige der bekanntesten, größten und einflussreichsten globalen Organisationen vor. Diese stehen exemplarisch für eine Vielzahl an Regierungs-Organisationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Non-Profit-Organisationen (NPOs), die weltweit aktiv sind:

Europäische Zentralbank (EZB)

Das Eurosystem existiert aus der EZB (englisch: European Central Bank) und den jeweiligen nationalen Zentralbanken der Länder, welche den Euro bereits eingeführt haben. Die EZB ist als Notenbank seit 1999 für eine gemeinsame Währung in Europa, den Euro, zuständig und hat ihren Sitz im Eurotower in Frankfurt am Main. Die Hauptaufgabe liegt in der Einhaltung der Kaufkraftgarantie des Euros und der damit einhergehenden Gewährleistung der Preisstabilität. Das Währungsgebiet des Euros beinhaltet die 17 Länder der Europäischen Union, welche den Euro seit 1999 eingesetzt haben. Das Euro-Währungsgebiet ist der weltweit zweitgrößte Wirtschaftsraum nach den USA. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken (NZB) der EU-Staaten bildet die EZB das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Die rechtlichen Grundlagen für die vereinigte Geldpolitik sind durch den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank gegeben. Sowohl die EZB als auch das ESZB wurden gemäß der Satzung am 1. Juni 1998 gebildet. Rechtspersönlichkeit besitzt die EZB im Sinne des Völkerrechts.

North Atlantic Treaty Organization (NATO)

Die NATO ist eine Internationale Organisation. Sie setzt das militärische Bündnis von 28 Ländern Europas und Nordamerikas um. Das Hauptquartier, mit dem Nordatlantikrat als Hauptorgan, besteht seit 1967 in Brüssel. Der Nordatlantikpakt wurde am 4. April 1949 vorerst auf 20 Jahre unterzeichnet. Danach war das Hauptquartier von 1949 bis 1952 in Washington, D.C. eingerichtet, danach bis 1967 in Paris. Die Ziele im Nordatlantikvertrag haben sich nicht verändert. Die Aufgaben der NATO wurden jedoch an die sich wechselnden sicherheitspolitischen Umstände angepasst und dementsprechend interpretiert. Während des Kalten Krieges bestand die Hauptaufgabe in der Garantieschaffung für Freiheit und Sicherheit aller Mitglieder mittels permanenter Abwehrbereitschaft, Abschreckung und Aufrüstung. Durch die deutsche Wiedervereinigung und den Zerfall des Warschauer Paktes sowie der UdSSR und der Demokratisierung der Länder des Ostblocks wurden die Aufgaben an die neue Situation abgeglichen. Sowohl die Abschreckung als auch die Verteidigung blieben als Hauptaufgaben Bestandteil des Nordatlantikvertrags, fielen jedoch in den Hintergrund. Entscheidend waren nunmehr der Dialog und die Zusammenarbeit. Partnerschaftsprogramme wie zum Beispiel Partnerschaft für den Frieden führten zur NATO-Osterweiterung.

Vereinte Nationen (UN)/ Organisation der Vereinten Nationen (UNO)

Die Vereinten Nationen (englisch: United Nations) oder auch als Organisation der Vereinten Nationen (englisch United Nation Organization – UNO) bezeichnet, sind ein Zusammenschluss von 193 Staaten. Sie sind als globale Internationale Organisation ein uneingeschränktes anerkanntes Völkerrechtssubjekt. Gemäß der Charta zählt zu den bedeutendsten Aufgaben die Sicherung des Weltfriedens, der Schutz der Menschenrechte, die Einhaltung des Völkerrechts und die Förderung einer internationaler Zusammenarbeit. Zu den Amtssprachen gehören: Arabisch, Englisch, Chinesisch, Französisch, Spanisch und Russisch. Die Hauptorgane sind die UN-Generalversammlung als Versammlung aller UN-Mitgliedstaaten, das UN-Sekretariat als Verwaltungsorgan der UNO, der Internationale Gerichtshof als universelles völkerrechtliches Gericht mit Sitz in Den Haag, der UN-Sicherheitsrat für weltpolitische Sicherheitsfragen, der UN-Wirtschafts- und Sozialrat für globale Wirtschafts- und Sozialangelegenheiten und der UN-Treuhandrat für die Verwaltung von Treuhandgebieten. Zusätzlich existieren weitere Nebenorgane wie der Menschenrechtsrat oder die Katastrophenhilfe und Sonderorganisationen wie zum Beispiel die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation.

Weltbank / Weltbankgruppe

Die Weltbank (englisch: World Bank) wurde im Jahr 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen (UN) gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bretton Woods in den USA gegründet. Ihr aktueller Hauptsitz befindet sich in Washington. Zusätzlich betreut sie 100 Länderbüros. Die Weltbank und der IWF sind Sonderorganisationen der UN. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Hauptziel der Weltbank, die Förderung des Wiederaufbaus und in gemeinsamer Arbeit mit dem IWF zuverlässige Währung zu bilden. Später, seit den 1960er Jahren, waren und sind die Aufgaben die weltweite Bekämpfung der Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen, vor allem in den Entwicklungsländern. Sie hilft mit, die internationalen Ziele in der Entwicklung zu erreichen. In der Entwicklungszusammenarbeit ist die Weltbank der bedeutendste Geldgeber. Die Weltbankgruppe setzt sich aus fünf Organisationen zusammen; der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA), der Internationalen Finanz-Corporation (IFC), der Multilateralen Investitions-Garantie-Agentur (MIGA) und dem Internationalen Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID). Sie ist an über 1.800 Projekten und der HIPC-Entschuldungsinitiative beteiligt.

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (englisch: World Health Organization) ist eine der Sonderorganisationen der Vereinten Nationen (UN) und hat ihren Sitz in Genf in der Schweiz. Gegründet wurde sie 1948 und hat mittlerweile 194 Mitgliedstaaten. Als Koordinationsbehörde der UN für das internationale öffentliche Gesundheitswesen hat sie die Mission der Verwirklichung eines bestmöglichen Niveaus der Gesundheit aller Menschen. Die Hauptaufgaben liegen im Entgegenwirken von Erkrankungen. Ein besonderes Gewicht fällt dabei auf die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und der Förderung allgemeiner Gesundheit weltweit. 1946 wurde die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation in New York entlassen und von 61 Staaten unterschrieben. Eine Mitgliedschaft steht allen Staaten offen. Durch die Hauptorgane wie die Weltgesundheitsversammlung, den Exekutivrat und das Sekretariat werden die Geschäfte der WHO durchgeführt. Es gibt sechs Regionalbüros mit Sitz in Brazzaville, Washington, D.C., Neu-Delhi, Kopenhagen, Kairo und Manila. Zusätzlich ist die WHO bemüht, in den Mitgliedstaaten stärker präsent zu sein. Die Tätigkeiten der Programme werden durch ungefähr 200 Kooperationszentren und Einrichtungen der Forschung unterstützt.

Organisation erdölexportierender Länder (OPEC)

Die OPEC (englisch: Organization of Petroleum Exporting Countries) wurde im Jahr 1960 gegründet. Sie ist eine internationale Organisation und hat seit 1965 ihren Sitz in Wien. Die anfänglichen Mitglieder bestanden aus den Staaten Kuwait, Irak und Iran, Saudi-Arabien und Venezuela. Nach und nach schlossen sich weitere Länder an wie beispielsweise Katar, Algerien und Angola. Doch traten auch einige Staaten wieder aus. Die Mitgliedstaaten fördern ungefähr 40 Prozent der globalen Produktion von Erdöl. Zudem verfügen sie insgesamt über drei Viertel der globalen Erdölreserven. Da alle anderen Staaten das Maximum an Erdölfördermöglichkeiten überschritten haben, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Einfluss der OPEC verstärkt. Ziel der Organisation ist es, einen monopolisierten Ölmarkt zu schaffen. Dieser soll sich gegen die Bildung des Preises auf dem Weltmarkt, mittels einer Festlegung von Förderquoten für einzelne OPEC-Mitglieder und die Regelung der Produktion von Erdöl absichern können. Dies erfolgt durch einen künstlich erzeugten Mangel oder eine künstlich erzeugte Steigerung der Förderung von Erdöl, um den Preis so zu regulieren, dass dieser sich innerhalb des durch die Mitgliedstaaten festgelegten Zielpreiskorridors bewegt.

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Die OECD (englisch: Organisation for Economic Cooperation and Development) hat ihren Sitz in Paris. Sie besteht seit dem Jahr 1961. Die vorige Organisation war die OEEC – Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (englisch: Organisation for European Economic Co-operation). Diese wurde von 18 europäischen Staaten im Jahr 1948 gegründet. Ziel war es, einen gemeinsamen Plan zur Zusammenarbeit zu erarbeiten und die wirtschaftliche Stabilität nach dem Zweiten Weltkrieg wieder herzustellen. Die hauptsächliche Aufgabe bestand in der Verwaltung der Gelder aus dem Marshall-Plan. Gegenwärtig ist die OECD ein Zusammenschluss von 34 bedeutenden Industrieländern. Ziele sind nunmehr unter anderem die Förderung einer Politik, die in den Mitgliedsstaaten eine optimale wirtschaftliche Entwicklung zulässt und einen steigenden Lebensstandard zulässt, wodurch die Weltwirtschaft gestärkt werden soll. Des Weiteren soll sowohl in den Mitgliedsstaaten als auch den Staaten, die nicht Mitglied sind, sich aber in wirtschaftlicher Entwicklung befinden, zu einem intakten ökonomischen Wachstum verholfen werden.

Weiterführende Informationen aus dem Themenkomplex "Organisationen":

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