Angela Merkel

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Angela Dorothea Merkel, geb. Kastner wurde am 17.04.1954 in Hamburg als ältestes von drei Kindern eines evangelischen Theologen und einer Lehrerin geboren. Die Familie trug den Namen Kastner. Noch im Geburtsjahr von Merkel siedelte die gesamte Familie in die DDR über, da der Vater dort als Pfarrer arbeiten wollte. In der Schule war Angela Merkel ein eher ruhiges Kind, sie war jedoch gerade in den Fächern Mathematik und Russisch überdurchschnittlich gut und beendete die Schule mit dem Abitur und der Durchschnittsnote 1,0. Das Leben für eine evangelische Pfarrersfamilie war in der DDR nicht einfach, die Mutter durfte ihren Beruf als Lehrerin nicht ausüben und blieb aus diesem Grund Hausfrau.

Der früheste Lebensweg

Angela Merkel selbst, die damals noch den Namen Kastner trug, durfte nach ihrem Abitur ebenfalls nicht auf Lehramt der Fächer Physik und Russisch studieren und entschied sich daher für ein reines Physikstudium an der Universität von Leipzig, hier begann sie sodann im Jahr 1973 ihr Studium. Im Rahmen eines Austauschprogramms lernte sie hier im Jahr 1974 ihren ersten Mann Ulrich Merkel kennen, ebenfalls ein Physikstudent, den sie im Jahr 1977 kirchlich heiratete. Im Jahr 1978 schrieb Angela Merkel ihre Diplomarbeit, die ebenfalls mit „sehr gut“ bewertet wurde und an der „Akademie der Wissenschaften der DDR“ sogar Anwendung fand. Nach dem Studium 1978 zog Merkel mit ihrem damaligen Ehemann Ulrich nach Ost-Berlin, um hier am Zentralinstitut für physikalische Chemie in der Abteilung theoretische Chemie zu arbeiten. Die Ehe mit Ulrich Merkel blieb kinderlos und wurde 1982 nach einem Trennungsjahr geschieden. Im Jahr 1984 lernte Angela Merkel sodann ihren jetzigen Ehemann Joachim Sauer, einen Quantentechniker kennen, der ebenfalls an derselben Akademie in Ost-Berlin arbeitete wie sie. Damit ihre mit sehr gut bewertete Dissertation im Jahre 1986 in der DDR anerkannt wurde, musste Angela Merkel auch einen Nachweis über ihre Kenntnisse des Leninismus und Marxismus erbringen. Diese eingereichte Arbeit wurde allerdings nur mit „genügend“ bewertet. So erhielt sie im Jahre 1986 ihren Doktor der Naturwissenschaften und arbeitete sodann unter Klaus Ulbricht. In der gesamten Zeit ihres Studiums war sie nur in der FDJ-Gruppe tätig. Eine Parteizugehörigkeit gab es nicht.

Der Beginn des politischen Lebensweges

Mit dem demokratischen Aufbruch, der in den Jahren 1989 bis 1990 in der DDR stattfand, in der die Macht der SED auch immer mehr in sich zusammenfiel, fing auch Merkel an, sich politisch zu interessieren und begann, unter dem Vorsitzenden Wolfgang Schnur als Sachbearbeiterin für die neue Bewegung „Demokratischer Aufbruch“ (DA) zu arbeiten. Sie wurde schnell in den Vorstand aufgenommen, war Pressesprecherin und entwarf die Flugblätter der neuen Bewegung. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl entschied sich für die Volksbewegung DA, um seine Position der CDU/CSU in der DDR zu stärken. Das Ansehen dieser wurde jedoch dadurch sehr geschädigt, als herauskam, dass der Vorsitzende Schnur in den Jahren von 1965 bis 1989 für den Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet hatte. Angela Merkel hatte das schwere Los getroffen, die Pressesitzung hierzu zu leiten. Dennoch konnte die Partei sich nicht erholen und bekam nur 0,9 Prozent Wählerstimmen bei der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990. An den Gesprächen über die Wiedervereinigung Deutschlands nahm Angela Merkel dennoch eine bedeutende Rolle ein, denn sie begleitete viele Gespräche, wie zum Beispiel über einen neuen Staatsvertrag und arbeitete mit dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble und dem neuen frei gewählten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière, in dieser Zeit eng zusammen. In den nächsten Monaten lehnte sich die DA immer mehr an die CDU an, und das nicht nur an die Ost-CDU sondern vor allem auch an die Mutterpartei des Westens. So kam Angela Merkel in den Westen und stellte sich Anfang Oktober 1990 auf dem Parteitag der CDU in Hamburg als Pressesprecherin vor. Am Vorabend hatte sie bereits ein persönliches Gespräch mit Helmut Kohl, das sie selbst in die Wege geleitet hatte. So wurde sie schnell nach der Wiedervereinigung „Ministerialrätin im Bundespresse- und Informationsamt“ und ließ ihren Platz an der Akademie der Wissenschaften ganz hinter sich.

Die politische Karriere

Die politische Karriere der Angela Merkel in der CDU und in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland begann sodann mit einem Wahlsieg von 48,5 % bei der Bundestagswahl für Ihren Kreis Stralsund, Grimmen und Rügen und sie wurde so eine Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Im November 1990 wurde sie zudem vom alten und neuen Bundeskanzler Kohl für das Ministeramt Frauen und Jugend eingesetzt. Dies war zwar nur ein kleines Amt, jedoch für die weitere Karriere von Angela Merkel in der CDU sehr wichtig. Vor allem, dass Helmut Kohl als ihr Förderer genannt wurde – „Kohl’s Mädchen“ -, brachte ihr viel Aufwertung in ihrer politischen Laufbahn in der Partei. So wurde sie nach einem weiteren guten Abschneiden in ihrem Wahlkreis in den Jahren 1994 bis 1998 zur „Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“ ernannt. Im September 1998 kam es dann jedoch zur politischen Schlappe der CDU und Kohl konnte sich diesmal als ewiger Kanzler in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr durchsetzen. Hinzu kam im Jahr 1999 die schlechte Presse über die Spendenaffäre innerhalb der CDU. Kohl bekannte sich schuldig, Gelder in Millionenhöhe nicht angegeben zu haben und Angela Merkel forderte gleichzeitig die Abnabelung der CDU von ihrem Spitzenmann. Im Jahr 2000 wurde sie sodann zur CDU-Vorsitzenden gewählt, hierbei kam ihr vor allem zugute, dass sie aufgrund ihres späten Einsteigens in die CDU mit der Spendenaffäre nichts zu tun haben konnte. In den Jahren 2002 bis 2005 war sie sodann die Oppositionsführerin gegen die SPD mit dem Bundeskanzler Gerhard Schröder, gegen den der Kandidat der CSU, Edmund Stoiber, bei den Wahlen keinerlei Chancen gehabt hatte. So konnte Angela Merkel in den folgenden Jahren ihre Position in der CDU immer weiter festigen und wurde im Mai 2005 von ihren Parteigenossen sodann zur Kanzlerkandidatin gewählt. Am 18.09.2005 ging die Bundestagswahl so knapp wie nie aus, es wurde eine große Koalition gebildet, der Angela Merkel als erste deutsche Frau als Bundeskanzlerin vorstand. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2009 wurde sie sodann wieder gewählt. Die Zeit als Bundeskanzlerin war und ist nicht leicht für Angela Merkel, denn keiner konnte mit der großen Schuldenkrise Europas rechnen, in der die Kanzlerin nun gegen die Widersacher ihrer Europapolitik kämpfen muss, gleichzeitig aber auch ihrem eigenen Staat und den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland gerecht werden muss.

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