Platon

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Platon wurde vermutlich 428 oder 427 vor Christus als Jüngster in eine vornehme und wohlhabende Athener Familie geboren. Er hatte mit Glaukon und Adeimantos zwei ältere Brüder und eine ältere Schwester, Potone. Er erhielt eine Erziehung, die seinem Stand angemessen war, bekam Unterricht in Sport, Grammatik, Malerei, Musik und Dichtung. Eine Legende besagte, dass der Name Platon eigentlich nur ein Beiname sei, der auf die Breite seiner Stirn oder seiner Brust anspielte. Die Forschung zum historischen Platon hält das allerdings für unglaubwürdig. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Platon in Athen, bis seine Heimatstadt in den Peloponnesischen Kriegen kapitulierte. Sein Vater starb bereits früh und Platons Mutter heiratete, als er vier oder fünf Jahre alt war, einen Onkel ihrer Mutter, Pyrilampes, der einen Sohn in die Ehe brachte. Platon bekam später noch einen jüngeren Halbbruder, Antiphon. Kratylos führte den jungen Platon in die Philosophie ein und Platon benannte später seinen Dialog nach ihm. Als Platon zwanzig Jahre alt war, begegnete er dem Philosophen Sokrates, wurde sein Schüler und blieb etwa zehn Jahre bei ihm, bis zu Sokrates‘ Tod. Platon war 24 Jahre alt, als 404 vor Christus die Spartaner in Athen siegten und eine Terrorherrschaft begann, an der einige seiner Verwandten teilhatten. Zwar wurde er eingeladen, sich an der Politik zu beteiligen, doch er lehnte es ab. Selbst als ein Jahr später die Demokratie wieder hergestellt war, wollte sich Platon nicht an der Politik beteiligen. 399 v.Chr. musste Sokrates, zum Tode verurteilt, den Schierlingsbecher trinken. Die Hinrichtung seines verehrten Lehrers erschütterte Platon tief. Am politischen Leben in Athen wollte er sich nun erst recht nicht philosophisch beteiligen – er forderte statt dessen, dass der Staat von Philosophen regiert werden solle.

Platons Reisen

Nachdem Sokrates tot war, ging Platon auf Reisen. Zunächst zu Megara, zu Euklid, ebenfalls einem ehemaligen Schüler des Sokrates, später unternahm er mehrere große Reisen. Da seine Familie wohlhabend war, konnte er sich das leisten. Er fuhr nach Unteritalien und traf in Tarent den Mathematiker Achytas von Tarent und reiste später weiter nach Syrakus, wo der Dionysios I. herrschte (Wer erinnert sich hier nicht an die Zeilen von Schiller: „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich Damon, den Dolch im Gewande“) Von dieser Reise erzählen die Legenden über den Philosophen, ob alles wirklich so war, lässt sich heute nicht mehr nachprüfen. Es gibt Quellen, die berichten, dass Platon am Ende dieser Sizilienreise gefangen genommen und von einem Spartaner im Auftrag des Dionysios als Sklave verkauft wurde. Doch der Käufer schenkte dem Philosophen die Freiheit. Nach Dionysios Tod begab sich Platon abermals auf eine Reise nach Syrakus, dessen Sohn Dionysios II hatte ihn eingeladen.

Hoffte Platon, dass er einen Staat nach seinem Ideal, Philosophen an die Macht, einrichten könnte, wurde er bald eines besseren belehrt. Intrigen und Machtkämpfe blieben, Dionysios war damit beschäftigt, seine stets wankende Herrschaft zu sichern. 365 v. Chr. reiste Platon wieder aus Sizilien ab, kam aber vier Jahre später zurück, weil Dionysios II. ein Schiff geschickt und zur Reise gedrängt hatte. Doch ein Gespräch zwischen beiden zeigte, dass Dionysios II. die philosophischen Gedanken Platons weder verstand, noch bereit war, sich diszipliniert als Schüler des Philosophen zu verhalten. Bei diesem Aufenthalt in Syrakus geriet Platon in den Verdacht der Intrige und des Hochverrats gegenüber Dionysios II. und wurde aus dieser Lage, die lebensgefährlich werden konnte, von Archytas aus Tarent gerettet und kam im Sommer 360 zurück nach Athen.

Schule und Lehre Platons

Nachdem Platon von seiner ersten Reise nach Sizilien zurückgekehrt war, kaufte er 387 v. Chr. ein Grundstück im Nordwesten von Athen und begann mit philosophischem Unterricht. Er regte seine Schüler an, zu forschen und wurde in seiner Lehre von Gastphilosophen und -wissenschaftlern ebenso unterstützt wie von Schülern, die bereits in Studium fortgeschritten waren. Die Schule lag im Hain des attischen Heros Akademos, der Akademeia genannt wurde. Nach einiger Zeit wurde die Schule mit dem Namen des Hains bezeichnet – und die Mitglieder der Schule fingen an, und nannten sich Akademiker: So werden Studierende und Lehrende noch heute nach der ersten Schule der Philosophie Griechenlands genannt. Zwanzig Jahre lang lebte und lehrte Platon in seiner Akademie. Forschend verbrachte Platon nicht nur seine letzten Jahre, sondern sein ganzes Leben, bis er 348 oder 347 vor Christus starb. Sein Testament blieb erhalten. Bestattet wurde Platon entweder direkt auf dem Gelände der Akademie oder in dessen Nähe. Weil Platon ledig und kinderlos war, erbte der Knabe Adeimantos, ein Neffe oder Großneffe Platons. Sein Neffe Speusippos wurde als Leiter der Akademie gewählt, und somit sein Nachfolger.

Platons Werke

Wenn man von dem Vortrag über das Gute von Platon absieht, von dem es lediglich eine Nachschrift des Aristoteles gab, die ebenfalls verloren ging, blieben alle seit der Antike bekannten Werke Platons erhalten. Einige Werke wurden unter seinem Namen verbreitet, stammen aber möglicherweise nicht von ihm. Diese werden trotzdem zum Corpus Platonicum gezählt, auch wenn seit der Antike bekannt war, dass sie unecht sind. Zum Corpus Platonicum gehören alle Schriften, die Platon traditionell zugeschrieben werden, wie die Dialoge, die Apologie des Sokrates, 13 Briefe und die Horoi, eine Sammlung von Definitionen.

Außerdem ist eine Sammlung von Dihairesen von Platon erhalten, Dihairesen sind eine logische Methode der Klassifikation, um Begriffe zu bestimmen. Dabei wird ein allgemeiner Begriff immer wieder in (mindestens zwei) Unterbegriffe geteilt, bis der gesuchte Begriff definiert werden kann. Die Philologen der Alexandrinischen Schule studierten seit dem 3. Jahrhundert vor Christus die Werke Platons und ordneten sie nach inhaltlichen Gesichtspunkten in neun Tetralogien (Vierergruppen). Hierbei ging es den Anhängern Platons vor allem um die Reihenfolge, mit der ein Schüler die Werke Platons zu lesen hatte. Ob die Schriften, die im traditionellen Corpus Platonicum versammelt sind, echt sind oder nicht, wird von der modernen Wissenschaft nicht einzig unter dem Aspekt der Fälschung betrachtet. Diese dienen genau wie Platons eigene Schriften als Beispiele für seinen Stil und seine Argumentationsweise in der Auseinandersetzung mit Fragestellungen. Die Forscher räumen die Möglichkeit ein, dass es sich bei fraglichen Dialogen vielleicht um eigene Entwürfe Platons gehandelt haben könnte, die durch Mitglieder der Akademie überarbeitet wurden. Denn auch Platon selbst hat seine Werke ständig fortentwickelt. Die eigentliche Überlieferung der Schriften basiert in erster Linie auf Handschriften, die aus dem Mittelalter stammen. Im späten 9. Jahrhundert, also über 1000 Jahre nach Platons Tod, setzt überhaupt eine handschriftliche Überlieferung ein. Auf antiken Papyri sind dagegen nur Fragmente der Texte erhalten.

Datierung ist schwierig

 

Deswegen ist es schwierig, die Werke selbst genau zu datieren, zumal die Handlung der Dialoge des Platon in der Zeit spielen, als Sokrates noch lebte. Nur manchmal lässt sich der Zeitraum des Entstehens ungefähr bestimmen, weil in den Texten Anspielungen auf historisch bestimmbare Ereignisse enthalten sind. Die Forscher diskutieren deswegen so intensiv über die richtige Reihenfolge und Datierung der Schriften innerhalb Platons Werk, weil dies die Voraussetzung für das Nachdenken über die Entwicklung des platonischen Denkens ist. Die These, nach der ein Dialog auf dem anderen aufbaut, setzt die Kenntnis der vorher entwickelten Gedanken voraus. Hauptsächlich werden die Werke Platons nach einer Analyse der darin verwendeten Sprache geordnet. Die Werke werden in frühe, mittlere und Spätwerke geordnet. Die meisten von Platon erhaltenen Werke sind geschriebene Dialoge: Sokrates als Hauptfigur führt darin mit unterschiedlichen Partnern philosophische Debatten. Platon wird deswegen seit der Antike als Erfinder der literarischen Gattung des sokratischen Dialogs bezeichnet.

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