Barack Obama

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Der am 4. August 1961 in Honolulu auf Hawaii geborene Barack Hussein Obama ist das Kind eines Kenianers vom Stamm der Luo und einer US-Amerikanerin mit deutschen, irischen und britischen Ahnen. Beiden Elternteile studierten an der hawaianischen „University of Hawaii at Manoa“ und heirateten dort 1961. Nur drei Jahre später ließ sich das Paar scheiden. Der Vater studierte weiter und schenkte Obama im Laufe der Jahre insgesamt 6 Halbbrüder und eine Halbschwester. Nachdem Obamas Mutter in Anthropologie promovierte und sich in Entwicklungsfragen, insbesondere der der Kleinkredite spezialisierte, heiratete sie einen späteren indonesischen Ölmanager.

Nach der Heirat 1967 zog die neue Familie nach Indonesien, wo Obama drei Jahre lang die multireligiöse Francis of Assisi Elementary School besuchte. Mit zehn Jahren kehre Obama allerdings nach Hawaii zurück, wo er unter Obhut der Großeltern mütterlicherseits aufwuchs. Er besuchte die Punahou-School, eine renommierte Privatschule, die er 1979 mit Auszeichnung beendete. Während seiner Schulzeit war Obama leidenschaftlicher Basketballspieler und liebäugelte durchaus mit einer Karriere als Basketballprofi. Stattdessen begann er 1979 sein Studium am Occidental College Los Angeles, welches zwei Jahre dauerte. Weitere zwei Jahre lang war er Student an der Columbia University New York City, wo er 1983 einen Bachelor-Abschluss im Fach Politikwissenschaften mit Schwerpunkt auf internationale Beziehungen erhielt.

Obamas erste Arbeitsstelle war die Busineess International Corporation mit Sitz in New York, für die er ein Jahr arbeitete. Nach seinem Umzug nach Chicago im Jahr 1985 begann Obama für eine gemeinnützige Organisation zu arbeiten. Zu deren Tätigkeitsschwerpunkt gehörte es, Kirchengemeinden Unterstützung beim Arbeitstraining von Menschen aus armen Stadtgebieten zu geben. Schnell zog es ihn jedoch wieder zurück zum Studium, sodass er weitere drei Jahre in Massachusetts an der Harvard School of Law studierte. Hier lernte er 1988 auch seine spätere Frau Michelle kennen, die er 1992 heiratete. Das Paar bekam die beiden Töchter Malia Ann und Natasha. Obama schrieb das erste Mal Geschichte, als er an der Harvard Law zum ersten afroamerikanischen Präsidenten des Harvard Law Review ernannt wurde. Seinen „Juris-Doktor“-Abschluß der Rechtswissenschaften schaffte Barack Obama 1991 mit sehr guter Bewertung – einem magna cum laude.

Vom Rechtsanwalt zum US-Präsidenten

Obamas politische Aktivität begann 1992 mit der Rückkehr nach Chicago. Er begeisterte etwa 150 000 Afroamerikaner für die Wahl von Bill Clinton zum neuen US-Präsidenten. Ab dem Jahr 1993 arbeitete Obama für Miner, Barnhill und Gallard, einer auf Bürgerrechte spezialisierten Anwaltssozietät. Seine Tätigkeit als Dozent für Verfassungsrecht an der University of Chicago beendete er 2004. 1996 wurde Barack Obama erstmals in den Senat von Illinois gewählt, übernahm dort den Vorsitz im Ausschuss für Wohlfahrt und öffentliches Gesundheitswesen. In dieser Zeit arbeitete er an der Verfassung einer Gesetzesinitiative zur Unterstützung armer Arbeiterfamilien mit, sowie an einer Vorlage zur Beihilfe für Menschen ohne Krankenversicherung – einem späteren Wahlkampfthema Obamas. Er setzte eine Erhöhung der Fördermittel zur Behandlung und Prävention von AIDS durch und engagierte sich für Homosexuelle. Obama wurde 1998 und 2002 wiedergewählt. Während seiner Amtszeiten erreichte er unter anderem die Kostenübernahme für präventive Mammografien, schärfere Waffenkontrollen und die Videoaufzeichnung von polizeilichen Vernehmungen für Anklagen auf die Todesstrafe im Staate Illinois. Im Jahr 2000 scheiterte Obama an den Vorwahlen der Demokratischen Partei für das Repräsentantenhaus.

Landesweite Bekanntheit

Shootingstar der Demokratischen Partei wurde Barack Obama nach dem Sieg bei den Vorwahlen seiner Partei für den US-Senat. Besonders hohe Sympathiewerte und eine große landesweite Bekanntheit erlangte Obama mit der Grundsatzrede bei der Democratic National Convention, in der er seine familiäre Geschichte aufzeichnete, welche die Überzeugung an das Festhalten an den amerikanischen Traum begründete und die Rede mit dem Aufruf für nationale Einheit beendete. Diese brillante Rede machte ihn zum möglichen künftigen Präsidentschaftsbewerber und politisch erfolgreichsten Aufsteiger der Demokraten. Die Senatswahl gewann er mit dem höchsten Sieg einer Landeswahl Illionois.

Seine Zeit im Senat als Vertreter des Staates Illinois begann am 4. Januar 2005. in den ersten beiden Jahren veranlasste er 152 Senatsbeschlüße und Gesetzesentwürfe, weitere 427 unterstützte er. Im März 2005 verkündete er die Gründung einer eigenen Lobbygruppe, auch Political Action Committee genannt. Während seiner Zeit im Senat gehörte Obama zu den Ausschüssen Gesundheit, Bildung, Arbeit und Rente, außenpolitische Beziehungen, Angelegenheiten der Veteranen sowie innere Sicherheit und staatliche Angelegenheiten. Diverse politische Auslandsbesuche unter anderem in Russland, Kuwait und Kenia folgten.

Präsidentschaftskandidat

Als mutmaßlicher Präsidentschaftskandidat besuchte er im Juli 2008 zuerst die amerikanischen Truppen im Irak und in Afghanistan, um anschließend mit israelischen und palästinensischen Politikern Gespräche zu führen. Nach Beendigung der Gespräche reiste er ins westliche Europa. Vor über 200 000 Zuhörern hielt er nach einem Treffen mit Angela Merkel, Klaus Wowereit und Frank-Walter Steinmeier die weltweit direkt übertragene Rede anlässlich seines Besuches in Europa. Aus seinem Amt als Senator Illionois´ trat Obama Mitte November 2008 zurück, nachdem er zuvor den Sieg bei der Wahl zum Präsidentschaftskandidaten errungen hatte. Der Weg zum Sieg war nicht leicht – so lieferte er sich von März 2007 bis 7.6.2008 einen schweren Kampf mit der verbliebenen Mitbewerberin Hillary Clinton. Die Vorwahlen gewann Obama in 29 von 50 Bundesstaaten. Zum Vizepräsidentschaftskandidaten benannte er Joe Biden, seines Zeichens dienstältester Bundessenator aus dem Staat Delaware. Im Hauptwahlkampf gegen den Republikaner John McCain waren die Prognosewerte oftmals sehr knapp.

Seit Mitte September 2008 sagten die Prognosen jedoch einen leichten, später kontinuierlichen Vorsprung Obamas voraus. Am 4. November 2008, dem nationalen Wahltag des Wahlmännerkollegiums, errang das demokratische Team Obama/Biden einen Sieg mit 53 Prozent, was eine deutliche Erhöhung der Demokratischen Sitze sowohl im US-Repräsentantenhaus als auch im US-Senat nach sich zog. Am 15.Dezember 2008 fielen 365 der 538 Stimmen der Wahlmänner auf Obama. Somit war Barack Obama der 44. Präsident Amerikas und der erste nicht weiße Präsident der amerikanischen Geschichte. Positiv für diesen Sieg war die Finanzkrise als Hauptwahlkampfthema. Obamas afroamerikanische Identität, seine kulturelle und ethnische Herkunft verschafften ihm hohe Anerkennung der US-Bürger mit unterschiedlichen Wurzeln. Sein Sieg stand gleichbedeutend mit den Zielen schwarzer Bürgerrechtler.

Obamas Wirken als Präsident

Obamas Amtseinführung fand am 20. Januar 2009 statt. Er begann sogleich mit der Verbesserung der Situation für die Guantanamohäftlinge und ordnete die Schließung aller Geheimgefängnisse und Guantanamo Bay bis Anfang 2010 an. Seine nächsten Amtshandlungen beinhalteten finanzielle Angelegenheiten mit sozialem Hintergrund sowie ökologische Entscheidungen. Obama setzte sich in den Folgemonaten für den Truppenrückzug aus dem Irak ein, er vermittelte im Nahostkonflikt und stärkte den Antiterrorkrieg in Afghanistan. Der al-Qaida-Führer bin Laden konnte am 1.Mai 2011 in Pakistan durch ein Spezialkommando getötet werden, was nach einer öffentlichen Erklärung Obamas Zustimmungsraten anschwellen ließen. In diplomatischen Belangen kämpfte Obama vor allem für eine Annäherung und Beziehungsverbesserung der westlichen und muslimischen Welt.

Engagement zeigt Obama auch in puncto Abrüstung. In der Innenpolitik setzte Obama vor allem Signale in der Gesundheitspolitik und der Arbeitsmarktpolitik. Grundtenor Obamas ist die Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit, die auch im Bereich Justiz und Bürgerrechte sehr deutlich wird. Umstritten hingegen ist das im Dezember 2010 von Obama unterzeichnete Sicherheitsgesetz, welches er ursprünglich abgelehnt hatte. Seine Absicht, wieder als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung zu stehen, erklärte Obama Anfang April 2011. Den Sieg zur zweiten Amtsperiode als US-Präsident erreichte er am 6. November 2012 gegen seinen republikanischen Gegner Mitt Romney. Obamas Wahl des Vizepräsidenten fiel wieder auf Joe Biden. Den zweiten Amtseid legte Barack Obama am 20. Januar 2013 ab.

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