Vorteile der Globalisierung

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Der Prozess der Globalisierung hat eine hitzige Debatte über die Dritte Welt, also ärmere, weniger entwickelte Länder, ausgelöst. Manche Kritiker argumentieren, dass durch die Globalisierung Ausbeutung stattfindet, bei der reichere Länder von den ärmeren Ländern profitieren und eine große Kluft zwischen ihnen entsteht. Andere wieder argumentieren, der Internationale Handel ermögliche den Entwicklungsländern, sich durch die Erhöhung des Volkseinkommens weiter zu entwickeln, um die eigene Modernisierung zu finanzieren. Von der Globalisierung können alle Länder profitieren, egal ob reich oder arm – wenn das Land nur bereit ist, sich für den internationalen Handel zu öffnen. Es genügt allerdings nicht, sich lediglich dem Weltmarkt zu öffnen; dies muss auf eine strategische Art und Weise geschehen, die den Eigenheiten des Landes entspricht. So kann es aus dem Handel auch profitieren. Für die Globalisierung gibt es kein Patentrezept, starre Vorschriften können die Wirtschaftsleistung eines Landes in den Untergang führen. Durch die Wahl des besten Wegs, am internationalen Handel zu partizipieren, kann ein Land sowohl wirtschaftlich als auch sozial erfolgreich wachsen.

Globalisierung und Lohnentwicklung

Durch die Nutzung der komparativen Vorteile eines Landes, also was es zu niedrigeren Opportunitätskosten als andere Länder zu produzieren in der Lage ist, kann es vom Handel große Vorteile ziehen. Und da jedes Land einen komparativen Vorteil besitzt, bedeutet dies, dass theoretisch jedes Land auch vom Handel profitieren kann. Es gibt einige eindrückliche Beispiele dafür, dass die Globalisierung dazu beiträgt, die Länder weiterzuentwickeln und höhere Einkommen oder ein höheres BIP zu erzielen. Studien wurden in den 1990er Jahren an Volkseinkommen auf der ganzen Welt durchgeführt, und die Ergebnisse zeigten, dass sich das Einkommen der reichen globalisierten Ländern um 2 Prozent pro Jahr erhöhte. Die Ergebnisse zeigten auch, dass die armen, stärker globalisierten Ländern einen höheren Anstieg der Einkommen pro Jahr verzeichnen als arme, weniger globalisierte Länder. Genaugenommen hatten nach diesen Studien die armen, stärker globalisierten Länder einen Einkommensanstieg in Höhe von 5 Prozent pro Jahr; die armen, weniger globalisierten Länder hingegen hatten einen Rückgang von 1 Prozent pro Jahr. Andererseits wird oft kritisiert, dass es eine große Kluft zwischen den Reichen und den Armen gebe. Im Jahr 1960 war das durchschnittliche Einkommen der reichsten 20 Ländern 15 Mal höher als das der ärmsten 20 Ländern. Heute liegt es 30 Mal höher.

Chancen der gesundheitlichen Entwicklung durch Globaliserung

In der Volksrepublik China hat die Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten zu deutlich höheren Einkommen geführt. Die Chinesen haben das Konzept der Globalisierung in ihrer eigenen Weise weit ab von den westlichen Normen gemeistert. Laut einem Artikel von Dani Rodrik hat sich das Durchschnittseinkommen in China durch die Öffnung für die Weltwirtschaft jährlich um fast 8 Prozent pro Kopf erhöht. Durch die Teilnahme an der Globalisierung konnte die Volksrepublik die Modernisierung ihrer Wirtschaft und ihres Landes finanzieren, indem sie ihre Produkte auf dem Weltmarkt verkaufte. Eine weitere bemerkenswerte Tatsache als Folge der Öffnung für den freien Handel ist, dass im Jahr 1960 die Lebenserwartung in China nur 36 Jahre betrug; bis 1999 stieg sie auf ganze 70 Jahre an. Diese Statistiken zeigen, dass die Globalisierung mit einer an das Land angepassten Strategie erfolgreich umgesetzt werden kann.

Auf die richtigen Beurteilungskriterien kommt es an

Viele Menschen sind aus mehreren Gründen gegen die Globalisierung. Sie sagen, dass es falsch sei, Arbeitnehmern im Ausland nur einen sehr kleinen Bruchteil von dem Preis zu zahlen, für den ein Artikel in den reicheren Ländern verkauft wird. Nach einem Beispiel in einem Artikel von Jagdish Bhagwhati kann eine Designer-Jacke in New York durchaus 190 US-Dollar und mehr kosten, während der Arbeiter im Ausland lediglich 60 Cent pro Stunde verdient. Aus Sicht der Globalisierungskritiker ein eindeutiger Beweis für Billigarbeit und Dumpinglöhne. Natürlich wären 60 Cent pro Stunde in einem reicheren Land ein äußerst unfairer Lohn. Auch bezieht sich der Preis von 190 US-Dollar auf eine spezielle Jacke; nicht alle Jacken verkaufen sich, und zudem entstehen Kosten für Entwicklung, Material, Transport etc. In der Tat steht im gleichen Artikel von Bhagwhati auch, dass Arbeiter, die in Vietnam für ein ausländisches Unternehmen tätig sind, mehr verdienen als Arbeitnehmer, die nicht bei diesen internationalen Unternehmen beschäftigt sind. Der Ökonom Paul Glewwe stellte in seiner Studie aus den späten 1990er Jahren fest, dass Arbeitnehmer in ausländischen Unternehmen das doppelte Gehalt verdienten im Vergleich zu einem durchschnittlichen Arbeiter in einem vietnamesischen Unternehmen. Auswirkungen der Globalisierung in diesem Bereich erkennt man somit, wenn man nicht die Arbeiterlöhne zwischen einzelnen Ländern, sondern vielmehr innerhalb eines Landes vergleicht.

Überwindung der Kinderarbeit durch Globalisierung

Ein weiteres Problem in Bezug auf die Globalisierung ist die Kinderarbeit und Arbeiter, die lange und anstrengende Schichtarbeit in „Sweatshops“, also sogenannten Ausbeutungsbetrieben, verrichten müssen. In diesen Entwicklungsländern hat eine Familie für ihr Überleben oft keine andere Möglichkeit, als ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Normalerweise gibt es dort keine besonderen Möglichkeiten eines Schulbesuchs oder einer medizinischen Versorgung wie in den reicheren Ländern, und selbst wenn Bildung und angemessene Gesundheitsversorgung existieren, sind diese Leistungen lediglich den reicheren Familien vorbehalten, die sich den Besuch dieser Einrichtungen leisten können. Durch die Globalisierung haben die Haushalte die Möglichkeit zu höheren Einkommen, wodurch eine Familie schließlich in die Lage versetzt wird, ihre Kinder zur Schule zu schicken und ihnen irgendeine Art von Gesundheitsversorgung zu gewähren. In einem anderen Artikel stellt Jagdih Bhagwati fest, dass sich „Kinderarbeit im Laufe der Zeit mit steigendem Wirtschaftswachstum sicherlich verringern wird, teilweise auch wegen der Globalisierung.“ Ein US-Gesetzentwurf, der „Harkin Child Deterrence Act“, mit dem Kinderarbeit beseitigt werden sollte, führte lediglich dazu, dass Kinderarbeiter entlassen wurden und dann versuchten, anderswo Arbeit zu finden. Was noch viel schlimmer war: Einige der weiblichen Kinder wurden sogar in die Prostitution gezwungen. Die Chance der Globalisierung besteht in diesem Fall darin, durch die Anhebung des Wohlstandslevels, es Familien zu ermöglichen, ihren Kindern eine ausgewogene Schulbildung zu ermöglichen, ohne dass dies die Existenz der Familie bedroht.

Vorteile im Alltag

Güter des täglichen Bedarfs können dort produziert werden, wo die Herstellung am günstigsten ist. Für den Verbraucher bringt das sinkende Preise und damit finanzielle Einsparungen mit sich. Lebensmittel, die im eigenen Land nicht oder nur mit großem Aufwand angebaut werden können, welcher sich auf den Preis auswirken würde, sind durch Globalisierung günstig auf dem internationalen Markt erhältlich. Das trifft auch auf die Viehzucht zu. Der Lebensunterhalt für den Verbraucher wird also billiger.

Individuelle Vorteile

Auch im persönlichen Bereich impliziert der Globalisierungsbegriff viele Vorteile. Reisen werden durch den Wegfall von Grenzkontrollen und der Erhebung von Zöllen unkomplizierter. Private und berufliche Aufenthalte im Ausland sowie die Ein- und Ausfuhr von Waren werden erleichtert.

Forschung, Wissenschaft und Technologie

In Forschung und Wissenschaft können sich Experten verschiedener Gebiete auf globaler Ebene zusammentun und damit effektivere Ergebnisse erzielen. Das wirkt sich sowohl auf technische Errungenschaften wie auf das Gesundheitswesen positiv aus. Zugleich verhindert eine solche Arbeitsweise den Wettbewerb in den betroffenen Bereichen, was die Missgunst anderer Länder eindämmt und damit mögliches Konfliktpotential im Keim erstickt. Letzteres macht sich auch in der Politik bemerkbar. Die führenden Köpfe verschiedener Nationen treffen gemeinsame Entscheidungen statt gegeneinander zu reglementieren. Das hat zur Folge, dass politische Auseinandersetzungen bis hin zur Kriegsführung minimiert werden.

Vorteile für Firmen, Handel & Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt profitiert von verstärktem Handel. Das erhöht die wirtschaftliche Gesamtleistung. Einzelnen Menschen ist es möglich, einen Arbeitsplatz auch im Ausland anzunehmen. Firmen können ihren Standort erweitern und neue Arbeitsplätze schaffen. Unternehmen und Privatpersonen haben die Möglichkeit, ihr Vermögen dort anzulegen, wo es am rentabelsten ist. Eine Beschränkung auf das eigene Land entfällt.

Globalisierung. Weshalb auch nicht?

Die Verbesserungen und Vorteile durch die Globalisierung stellen sich langsam ein, aber es handelt sich um einen fortschreitenden Prozess. Er ermöglicht, dass mehr Arbeitsprozesse, Techniken und Methoden auf der ganzen Welt geteilt werden, was letztendlich auch zu mehr Wohlstand führen kann. Ein Land, das sich von der restlichen Welt abschottet, kann nicht lernen, sich selbst zu verbessern – stattdessen wird es die Dinge weiter so tun, wie es sie bislang getan hat. Als Ergebnis wird es nicht so viel Raum für Verbesserungen und neue Möglichkeiten geben wie bei den Ländern, die an der Globalisierung teilnehmen.

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