Folgen der Industrialisierung

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Aus der Industrialisierung resultiert eine Reihe gesellschaftlicher Konsequenzen, die das Zusammenleben der Menschen langfristig verändern und sich auf die Lebensqualität auswirken. Zu diesen Folgen der Industrialisierung zählen die Urbanisierung, wachsender Wohlstand, Geburtenrückgänge, der Wechsel von der Subsistenzwirtschaft zur Fremdversorgung aber auch zunehmende Umweltverschmutzung und der Klimawandel.

Urbanisierung

Die Urbanisierung bezeichnet das Phänomen der Verstädterung, also eine wachsende Ausbreitung städtischer Lebensformen. Insgesamt wird zwischen vier verschiedenen Formen der Verstädterung differenziert: die physische, die funktionale, die soziale und die demographische Urbanisierung. Im folgenden sollen im Wesentlichen die physische und die demographische Urbanisierung erklärt werden, da die als grundlegende Primärprozesse anzusehen sind. Die physische Verstädterung bezeichnet die Zunahme der flächenmäßigen Nutzung durch eine Ausbreitung urbaner Lebensformen, einfach gesagt: Die Ausbreitung der Stadt. Die demographische Verstädterung hingegen steht für die Zunahme der Anzahl an Menschen, die in der Stadt leben, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

Gründe für die Urbanisierung

Ein Grund für die fortschreitende Urbanisierung liegt in der langfristigen Reduktion der Mitarbeiter in der Agrarwirtschaft, bedingt durch den immer umfangreicheren Einsatz von Erntemaschinen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es normal, dass die Ernte von zahlreichen Arbeitskräften per Hand und mit einfachen Werkzeugen (z. B der Sense) vorgenommen wurde. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die hierfür notwendigen Mitarbeiter zunehmend durch Maschinen ersetzt. Heute können auf diese Weise selbst große Ernteflächen maschinell in relativ kurzer Zeit mit mininalem Personalaufwand abgeerntet werden. Diese Entwicklung führte dazu, dass sich immer mehr Menschen eine Tätigkeit im sekundären oder tertiären Wirtschaftssektor suchten, um ihren Lebensunterhalten bestreiten zu können.

Im Wesentlichen wurde der Prozess der Urbanisierung also durch die Binnenmigration innerhalb des Landes vorangetrieben. Mit anhaltendem Wachstum der Städte wurde ihre Infrastruktur zunehmend ausgebaut und die Vielfalt möglicher Jobs vergrößerte sich erheblich. Somit kann die Urbanisierung durchaus als ein sich selbst verstärkender Prozess gesehen werden: Je mehr Menschen in eine Stadt ziehen, desto besser kann sich die städtische Wirtschaft entfalten. Je besser sich die Wirtschaft entfalten kann, desto mehr Jobs entstehen, wodurch die Stadt als Lebensraum wiederum noch attraktiver wird.

Umweltverschmutzung

Mit der Urbanisierung einhergehend, manifestiert sich ein Problem, das im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung immer drängender wurde und auch aktuell stetig raumgreifender wird: Umweltverschmutzung. Im weitesten Sinne wird hierunter die Verschmutzung und Belastung eines Lebensraumes mit Abfallstoffen verstanden. Im engeren Sinne sind verschiedene Formen der Umweltverschmutzung zu differenzieren: die Bodenverschmutzung, die Gewässerverschmutzung, die Luftverschmutzung sowie Lichtverschmutzung und akustische Verschmutzung. Je weiter die Industrialisierung voranschritt, desto mehr wurde offensichtlich, wie die Gewinnung von Rohstoffen die Natur belasten kann. In der heutigen Zeit zeigt sich in der Landwirtschaft insbesondere der Einsatz von Kunstdünger als problematisch. Künstliche Düngemittel enthalten für gewöhnliche Nitrate. Gelangen diese über den Boden in das Grundwasser besteht die Gefahr, dass das Nitrat in Nitrit umwandeln wird. Werden diese Nitrite dann vom Menschen über die Nahrung aufgenommen, werden sie im Verdauungsprozess in krebserregende Nitrosamine umwandeln.

Städtebau als Ursache

Ein weiterer Bereich der Umweltverschmutzung ist der Städtebau. Durch die bereits angesprochene zunehmende Urbanisierung werden immer wieder neue Bauflächen erschlossen. Wälder werden gerodet oder durch den Bau von Straßen zerschnitten und Flüsse umgeleitet. Neben der Verschmutzung von Boden und Gewässern, ist es aber vor allem die Luftverschmutzung, welche in der heutigen Zeit sicherlich das größte Problem darstellt. Insbesondere der zunehmende Ausstoß von Treibhausgasen ist im Verlauf der Industrialisierung signifikant angestiegen. Dazu kommen Feinstaubbelastungen, durch unzureichende Filteranlagen in Autos und Industriegebäuden.

Klimawandel

Der Klimawandel ist mit Sicherheit eine der gravierendsten Folgen der Industrialisierung, bedroht er doch den Fortbestand der Lebensgrundlage des Menschen. Als allgemein wissenschaftlich etabliert gilt unter Experten die Theorie, dass der Klimawandel maßgeblich durch den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verursacht wird. Dieses Treibhausgas ist eines der größten Abfallprodukte der Industrialisierung, wobei es in erster Linie bei der Energieerzeugung mit 25,9% (z. B in Kohlekraftwerken) und bei industriellen Produktionsprozessen mit 19,4% anfällt, als Anteil der weltweit insgesamt ausgestoßenen Menge an Kohlenstoffdioxid. Weltweit sind sich die Klimaexperten weitgehend darin einig, dass der vom Menschen gemachte Klimawandel die Lebensbedingungen auf der Erde dramatisch verändern kann und wahrscheinlich auch wird. Bereits jetzt schmelzen die Polkappen, Gletscher und der Permafrost (eigentlich eine Eismasse die zu jeder Jahreszeit in gefrorenem Zustand verharrt) beginnen langsam zu tauen. Die Meere beginnen sich zusehends zu erwärmen.

Experten streiten zudem darüber, inwieweit der Temperaturanstieg für das vermehrte Aufkommen von Naturkatastrophen ursächlich sein kann. Unstrittig ist, dass sich die Niederschlagsmengen langfristig erhöhen und somit auch die Gefahr von Überschwemmungen steigt. Dies wird darüber auch durch einen steigenden Meeresspiegel durch abschmelzende Gletscher begünstigt. Durch die dauerhafte Erwärmung der Meere und der Atmosphäre ist es denkbar, dass auch die Intensität von Stürmen zunimmt, da diese von der Wärmeenergie bzw. den großen Temperaturunterschieden abhängig ist. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird davon ausgegangen, dass sich die Atmosphäre um 1,1°C bis 6,4°C aufheizen wird.

Reaktionen der Politik

Unter Politikern wird weltweit die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf maximal zwei Grad angestrebt, was sich immer wieder in den Bemühungen, der bisher nur wenig erfolgreichen Klimagipfel dokumentiert. Ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 2 Grad gilt unter Klimaexperten wie auch unter Politikern als das optimale Ziel der Schadensbegrenzung. Eine zwei Grad höhere Durchschnittstemperatur kann von den Ökosystem verkraftet werden, ohne dass es kollabiert. Je höher die Temperatur in den durchgespielten Szenarien ist, desto spekulativer und unsicherer werden die Annahmen und Ergebnisse. Bei einem Anstieg von 3°C befürchtet man allgemein den Kollaps zahlreicher Ökosysteme, da diese mit den dramatischen Temperaturveränderungen nicht Schritt halten können. Legt man einen Temperaturanstieg von 4°-6° Grad zu Grunde, so ist es durchaus denkbar, dass hierdurch die Wüstenbildung deutlich zunimmt und sich die Süßwasserreserven verknappen. Auf diese Weise ist letztlich die Lebensgrundlage des Menschen selbst (z. B die Landwirtschaft für die Produktion von Lebensmitteln bedroht.(Quelle:http://de.statista.com/statistik/daten/studie/168588/umfrage/verteilung-der-emissionen-von-treibhausgasen-nach-sektoren-weltweit/)

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