Kinderarbeit Industrialisierung

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Die Kinderarbeit ist nicht nur im Zeitalter der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert modern gewesen, sondern hat noch in einigen Ländern bis heute Bestand. Von Kinderarbeit wird gesprochen, wenn Kinder unter 18 bis eine Erwerbstätigkeit ausüben, für die sie entlohnt werden. Hierbei wird jedoch auch eine gewisse Regelmäßigkeit der Erwerbstätigkeit vorausgesetzt. Im Zeitalter der Industrialisierung waren nicht genügend Fachkräfte da, um die wirtschaftlichen Tätigkeiten bzw. anfallenden Produktionen im angemessenen Umfang erledigen zu können. Deshalb wurden auch minderjährige Kinder für die anfallenden Arbeiten herangezogen, die in der Regel dann aber auch minderwertiger bezahlt worden sind als Erwachsene. Viele Kinder halfen durch Kinderarbeit ihren Familien, damit sie wirtschaftlich überleben konnten.

Die Armut eines Landes und Kinderarbeit sind heutzutage immer noch eng miteinander verbunden. In fortschrittlichen Ländern, vor allem in denen innerhalb Europas, regeln gesetzliche Bestimmungen, dass Kinderarbeit verboten ist. In Zeiten der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert nahm die Kinderarbeit große Ausmaße an. Dies hatte massive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Bildungswissen innerhalb der Bevölkerung. Da bereits minderjährige Kinder kontinuierlich gewerbsmäßige Arbeiten verrichten mussten, blieb der Besuch der Schule auf der Strecke. Infolge dessen konnten zu dieser Zeit viele Kinder nicht lesen und schreiben. Das Bildungsniveau innerhalb der Bevölkerung sank kontinuierlich weiter ab. Das hatte mit der Zeit für die Wirtschaft bestimmte Folgen.

Kinderarbeit in Zeiten der Industrialisierung

Im Zeitalter der Industrialisierung arbeiteten Kinder nicht nur als Dienstboten oder als Botenjunge, sondern auch in Kohlegruben, Minen und vor allem in der Textilindustrie. Diesen Knochenjob übten zu der damaligen Zeit 4-6 jährige aus. Das hatte Folgen für die Gesundheit der Kinder, da sie sich aufgrund der schweren körperlichen Arbeit nicht körperlich altersgerecht entwickeln konnten.

Da viele Arbeiten, insbesondere in Kohlengruben und Minen, gesundheitsgefährdend waren, sind zu der damaligen Zeit auch viele Kinder erkrankt, manche starben auch. Diese Kinder erhielten nur einen Bruchteil des Lohns eines Erwachsenen, obwohl die meisten von ihnen täglich 10-16 Stunden geschuftet haben, manchmal bis zum Umfallen. Die Arbeitgeber fühlten sich nach außen hin als Wohltäter. Es war aber öffentlich bekannt, dass sie die Kinder aus Profitdenken nur ausgenutzt haben. Arbeitnehmerrechte spielten zu der damaligen Zeit noch überhaupt keine Rolle. Da viele Kinder ihre notleidenden Familien vom Verdienst unterstützten, waren sie dringend auf die Kinderarbeit angewiesen.

Die Kinderarbeit in Deutschland

1839 wurde in Deutschland ein Gesetz in Preußen erlassen, das die Kinderarbeit für unter 9-jährige verbat. Zudem durften Kinder zwischen 10 und 16 Jahren nicht mehr als 10 Stunden täglich arbeiten, Sonntagsarbeit war ganz verboten. Im Jahr 1953 wurde ein weiteres Gesetz erlassen, das Farbrikarbeiten unter 12 Jahren verbot. Dieses erlassene Gesetz wurde jedoch mehrfach ignoriert, denn fünf Jahre später arbeiteten immer noch mehr als 12.500 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren in verschiedenen Fabriken in ganz Deutschland. Im Jahr 1904 wurde ein Kinderschutzgesetz erlassen, welches Kinderarbeit in Fabriken unter 12 Jahren verbat.

Wie ist die Situation der Kinderarbeit heute?

Statistiken zufolge arbeiten weltweit immer noch ca. 190 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren. Dies ist eine erschreckende Zahl, zumal die Dunkelziffer wesentlich höher liegen dürfte. Besonders in Asien und in Afrika arbeiten sehr viele minderjährige Kinder als Dienstboten, in Fabriken und in der Tourismusbranche. Auch in Lateinamerika und in der Karibik wird in einigen Regionen noch Kinderarbeit ausgeführt.

Ein besonderes Problem stellt Indien dar. Hier werden für die Textilindustrie auch wie in China minderjährige Kinder gezwungen, unter gesundheitlich bedenklichen Bedingungen an sehr vielen Stunden am Tag Fabrikarbeiten zu verrichten. Das Teppichknüpfen hat in Indien eine jahrzehntelange Tradition. Die Kinder arbeiten hier bis zur Erschöpfung, manchmal bis zu 16 Stunden am Tag. Die gesundheitlichen Folgen sind äußerst bedenklich, da eine nicht geringe Anzahl der Kinder unter chronischen Krankheiten leidet. Beim Umgang mit gefährlichen Chemikalien während der Arbeit erkrankten viele Kinder an unheilbaren Krankheiten, die durch die giftigen Dämpfe und Chemikalien verursacht wurden.

Kinderarbeit ist bis heute weltweit ein Problem

Kinderarbeit ist in vielen Ländern in China, Indien und einigen lateinamerikanischen Ländern nach wie vor ein Problem. In Entwicklungsländern sind die Eltern häufig auf Kinderarbeit angewiesen, obwohl diese nur sehr niedrig entlohnt wird. Die Armut in der Bevölkerung ist eng verknüpft mit der Kinderarbeit in den Entwicklungsländern. Mit der UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 sollten Kinder besser vor Kinderarbeit geschützt werden. Seit dem Jahr 2002 existiert ein weltweiter Gedanktag wegen Kinderarbeit. Seitdem wird auch der Versklavung von Kindern gedacht.

In Ländern wie Thailand ist die sexuelle Ausbeutung ein sehr großes Problem. Durch die hohe Nachfrage von Touristen werden Kinder bereits ab Kleinkindalter sexuell missbraucht. Nicht nur im Zeitalter der Industrialisierung, sondern auch noch in der heutigen Zeit werden Kinder ausgebeutet, indem sie täglich sehr schwere körperliche Arbeiten verrichten müssen. Dadurch können Kinder nicht in die Schule gehen und deshalb können sie später auch nicht lesen und schreiben. Die gesundheitlichen oft schwerwiegenden Folgen können Kinder ein Leben lang belasten.

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