DDR

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Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde im Rahmen der Jaltakonferenz 1945 Deutschland in vier Besatzungszonen unter den alliierten Streitkräften aufgeteilt. Am 7. Oktober 1949 ging aus der sowjetischen Besatzungszone offiziell die „Deutsche Demokratische Republik“ – kurz DDR genannt – hervor. Bis zur friedlichen Revolution der Bürger im Jahr 1989 war die DDR ein „sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern“ unter der Führung der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Weitgehend abhängig von der Sowjetunion, bekannte sich die realsozialistische Diktatur der Deutschen Demokratischen Republik zum Marxismus-Leninismus und setzte diese Ideologie geradelinig um. Bereits kurz nach der Aufteilung des besiegten Deutschlands unter den vier alliierten Siegern machten sich Spannungen bemerkbar. Die Interessen der USA, welche bestrebt waren, das Land als Einheit wirtschaftlich zu verwalten, liefen nicht mit den Interessen und Zielen der UdSSR konform. Nach der Einführung einer neuen Währung in Westberlin und den übrigen Westzonen wurde die Spaltung Deutschlands zunehmend deutlicher. Im Jahr 1948 versuchte die Sowjetunion, ganz Berlin unter ihre Kontrolle zu bekommen. Die Westberliner wurden daraufhin insgesamt 11 Monate lang, bis zum 12. Mai 1949, von den Westalliierten über eine Luftbrücke mit Lebensmitteln und weiteren Hilfsgütern versorgt.

Der Berliner Mauerbau

Bereits im Juni 1946 schränkten die sowjetischen Behörden den Reiseverkehr zwischen den Besatzungszonen ein. Das Überqueren dieser „Interzonengrenze“ war nur an bestimmten Kontrollpunkten mit einem gültigen Interzonenpass möglich. Viele Bewohner der sowjetischen Besatzungszone waren mit den damaligen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen nicht einverstanden. Denn während die Westzonen Aufbauhilfe vonseiten der USA erhielt und wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, stagnierte die Entwicklung diesbezüglich in der DDR. Zwischen 1949 und 1961 verließen ungefähr über 3.500 000 Millionen DDR-Bürger das Land in Richtung Westdeutschland. Ein Zustand, welchen der Ministerrat der DDR am 26. Mai 1952 entgegenwirken wollte und die Interzonengrenzen mit Schutzstreifen und einem 5 km breiten Sperrgebiet vor den Grenzen zu Westdeutschland ausstatten ließ.

Doch auch die Verstärkung des Grenzbereiches und die Intensivierung der Kontrollen hinderte die Bürger der DDR nicht daran, an schlecht gefestigten Grenzpunkten von Ost- nach West-Berlin zu fliehen. Am 3. August 1961 entschieden sich die Politiker Walter Ulbricht und Nikita Sergejewitsch Chruschtschow für den Bau der Berliner Grenzmauer. Am 13. August 1961 wurde mit dem Bau derselbigen begonnen, drei Tage zuvor erfuhr erst der deutsche Bundesnachrichtendienst von den Plänen der DDR. Die Grenzpatrouillen erhielten Schießbefehl und ab 1961 wurden Minen und Schussanlagen entlang der innerdeutschen Grenze verlegt. Bis zum Fall der Berliner Mauer, welche insgesamt 167,8 km umfasst, am 09. 11.1989 kamen unbestätigten Berichten zufolge zwischen 136 und 245 Menschen ums Leben.

Die wirtschaftliche und politische Situation der DDR

Geprägt vom Einfluss der Sowjetunion herrschte in der Deutschen Demokratischen Republik ein sozialistisches Staatssystem. Die ausgehende Staatsmacht lag dabei der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, kurz SED genannt, inne. Weitere Parteien, wie LDPD, CDU, DPD und NDBD waren Blockparteien und gemeinsam mit der SED in der Nationalen Front zusammengeschlossen. Die faktische Staatsmacht wurde von der etwa 25-köpfigen SED-Führung ausgeübt, die vier Blockparteien durften ab 1971 lediglich nur noch einen Politiker aus ihren Reihen für den Ministerrat der DDR, welcher ungefähr 40 Mitglieder umfasste, stellen. Alle fünf Jahre fanden Wahlen zur Volkskammer statt, dieses nominell höchste Verfassungsorgan der Deutschen Demokratischen Republik wählte im Anschluss intern den Minister- und Staatsrat. Freie Wahlen gab es nicht, wurden nicht alle aufgestellten Kandidaten gewählt oder gar gestrichen, konnte dies negative Konsequenzen für den Wähler nach sich ziehen.

Beim Thema Außenpolitik strebte die DDR schon früh nach der politischen Anerkennung und Gleichstellung anderer Nationen. Die Bundesrepublik Deutschland verhinderte durch die Hallstein-Doktrin jedoch erfolgreich, dass andere Staaten diplomatische Beziehungen zur DDR aufnahmen oder diese gar als Staat anerkannten. In der DDR war die Grenze zwischen Politik und behördlichen Organen, wie zwischen Exekutive und Legislative fließend. Dem Staat war es dadurch problemlos möglich, in das Leben der Bürger einzugreifen und wichtige Entscheidungen bereits im Vorfeld zu ihren eigenen Gunsten zu beeinflussen.

Wirtschaft

Auch die Wirtschaft stand im Zeichen des sozialistischen Systems. Bereits bei der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurden Großgrundbesitzer und Bauern entmachtet, Unternehmen und Betriebe wurden unter die Leitung von Genossenschaften gestellt, welche direkt von der SED überwacht wurden. Eine sogenannte Staatliche Plankommission (SPK) bestimmte über Produktion und Handel. Bei dieser Art von Planwirtschaft waren Produktionsüberschüsse und dauerhafte Lieferengpässe bei manchen Produkten keine Seltenheit. Am 17. Juni 1953 kam es aufgrund der einseitigen Förderung der Schwerindustrie und der Vernachlässigung anderer Bereiche zu einer Demonstration der „Arbeiterklasse“, um die Missstände in Politik und Wirtschaft anzuprangern. In insgesamt 167 Landkreisen der DDR wurde von den sowjetischen Behörden der Ausnahmezustand ausgerufen und sowjetische Panzer und einrückende Truppen schlugen den Protestwiderstand blutig nieder. Zwischen 55 und 75 Menschen verloren während dieser Aktion das Leben.

Die letzten Jahren der Deutschen Demokratischen Republik

Das Wettrüsten der Sowjetunion im Rahmen des Kalten Krieges und die dadurch entstandenen Kosten ging auch an der DDR 1981 nicht spurlos vorbei. Die Menge des exportierten Rohöls wurde von der UdSSR von 19 Millionen Tonnen auf 17 Millionen Tonnen gedrosselt, zeitgleich stieg der Preis pro Barrel Öl an. Durch den Wegfall ihrer wichtigsten Einnahmequelle und einer neuen Rohstoffknappheit konnte die Deutsche Demokratische Republik 1982 fällige Kredite und Zinszahlungen an Weststaaten lediglich durch die Aufnahme neuer Kredite tilgen. Ende der 70er Jahre hatte die Regierung um Erich Honecker diese Kredite für den Erwerb westlicher Produktionsanlagen für Export- und Konsumgüter aufgenommen. Franz Josef Strauß vermittelte im Jahr 1983 Kredite in einer Gesamthöhe von 2 Milliarden D-Mark an die DDR, für welche die Bundesregierung Deutschland die Bürgschaft übernahm.

Doch nicht nur die Erdölkrise, sondern auch das Versagen der Planwirtschaft, Legitimationskrise in der Politik sowie die Bevorzugung von Prestigeprojekten führten 1989/90 zu einer Scheiterung der SED-Wirtschaftspolitik. Auch Erich Honeckers Rücktritt am 18. Oktober 1989 und die damit verbundenen Neuwahlen konnten das Ende der DDR nicht mehr abwenden. Am 7. November 1989 traten nach zahlreichen Demonstrationen und der Gründung von oppositionellen Bürgerbewegungen das Politbüro und die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik zurück. Im Rahmen einer Live-Fernsehübertragung verkündete der SED-Politiker Günter Schabowski am 09.11.1989 eine Lockerung der Reiseregelung in den Westen. Diese Meldung sorgte für einen Menschenansturm vor der Berliner Mauer, worauf die überforderten Grenzpatrouillen ohne Befehl die Übergänge öffneten.

Die Bilder der feiernden und tanzenden Menschen gingen weltweit durch alle Medien und der 09. November 1989 ging als Tag der Maueröffnung in die Geschichte ein. Nachdem die Siegermächte am 12. September 1990 in den „Zwei-plus-Vier-Gesprächen“ den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zugestimmt hatten, kam es am 3. Oktober 1990 zu einer offiziellen Wiedervereinigung des ehemals geteilten Landes.

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