Vorteile und Nachteile der Globalisation

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Dank der Globalisierung gewinnen wirtschaftliche und politische Beziehungen sowohl zwischen einzelnen Staaten, als auch zwischen Personen zunehmend an Intensität. Der Austausch findet nicht nur im Bereich der Politik und Wirtschaft, sondern auch in der Technik und Wissenschaft, in der Kultur und Gesellschaft statt, was von Globalisierungsbefürwortern begrüßt wird. Globalisierungsgegner hingegen sind überzeugt davon, dass der Globalisierungsprozess die soziale Ungleichheit weltweit zwangsläufig verstärkt und mehr Nach-als Vorteile mit sich bringt. Hungerlöhne in Entwicklungsländern, die negativen Folgen für die Umwelt und der Status von weltweit agierenden Großkonzernen sind dabei nur einige Kritikpunkte. Hier ein Überblick über die möglichen Vor-und Nachteile der Globalisierung.

Vorteile der Globalisierung

Zu den Vorteilen, die jeder Bürger eines Staates genießen kann, zählt das umfangreiche Warenangebot. Ob günstige Elektronikartikel aus China oder die Möglichkeit, ganzjährig frisches Obst aus fernen Teilen der Welt kaufen zu können – dank der globalen Wirtschaft ist das inzwischen alltäglich. Zudem führt ein größeres Warenangebot zu sinkenden Preisen und in Folge dessen zu einer geringeren Inflationsgefahr. Die ständige Verfügbarkeit aller denkbaren Güter zu jeder Zeit und zu günstigen Preisen stellt letztlich eine erhebliche Vereinfachung des alltäglichen Lebens dar.

Ankurbelung der weltweiten Wirtschaft

Insbesondere die Entwicklungs-und Schwellenländer profitieren in Form eines vergrößerten Arbeitsplatzangebotes von der Globalisierung. Die Wirtschaftsleistung der einzelnen Staaten steigt, was langfristig auch zur Bekämpfung der Armut beiträgt. Im Gegensatz zur so genannten Importsubstition, die letztendlich darauf hinaus läuft, Importe mit hohen Zöllen zu belegen, um so die inländische Wirtschaft zu fördern, haben erst die Globalisierung und der weltweite Handel es Staaten wie Indien oder China ermöglicht, ihre Wirtschaft langfristig anzukurbeln. Die Globalisierung kann sich daher also sowohl auf Unternehmen, als auch auf den einzelnen Menschen positiv auswirken: Die Chance für Unternehmen besteht in der Ausdehnung auf neue Märkte und besseren Möglichkeiten, ihre Produkte zu verkaufen und Handel zu treiben. Vom dadurch entstehenden gesellschaftlichen Wohlstand können auch die Bewohner des jeweiligen Staates Nutzen ziehen.

Mobilität von Gütern und Personen

Dank der weltweiten Vernetzung ist es heutzutage möglich, Güter innerhalb kurzer Zeiträume an Zielorte auf der ganzen Welt zu transportieren. Das gleiche gilt für Personen, denn noch nie war es so einfach, ohne komplizierten bürokratischen Aufwand ferne Länder zu bereisen. Dies trägt zusätzlich zur Ankurbelung des weltweiten Handels und des Wachstums der Weltwirtschaft bei. Von der weltweiten Reisefreiheit profitiert insbesondere die Tourismusbranche.

Globale Zusammenarbeit und Angleichung der Kulturen

In einer globalisierten Welt sind nicht nur die Wirtschaft und der Handel weltweit vernetzt, sondern auch die Forschung findet zunehmend auf globaler Ebene statt. Das verbessert die Bedingungen für die Forschung und erhöht die Innovationskraft, da alle Länder von technischen Fortschritten deutlich schneller profitieren können. Dank der Globalisierung des Wissens und der Forschung gilt das auch für Erkenntnisse und Fortschritte im Bereich der Medizin in der Medizin. Und auch in Krisen und Konflikten erweist sich die globale Zusammenarbeit als vorteilhaft: Gerät ein Staat in wirtschaftliche Not, kann er Hilfe von anderen Staaten erhalten, um eine Ausuferung und Ausbreitung der Krise zu verhindern. Zudem kann die weltweite Vernetzung dazu beitragen, die Einhaltung der Menschenrechte weltweit besser durchzusetzen und sie auf lange Sicht zum gesellschaftlichen Standard zu machen. Zur Angleichung der Kulturen tragen auch neue Kommunikationstechnologien bei: Nicht nur Unternehmen sind global vernetzt, sondern auch Individuen können mit Hilfe von Mobiltelefonen und über das Internet mit Menschen auf der ganzen Welt Kontakt aufnehmen. Dies führt nicht zuletzt zu erheblichen Innovationen in der Nachrichten-und Informationstechnik, die sich zusätzlich positiv auf den weltweiten Demokratisierungsprozess auswirken können.

Nachteile der Globalisierung

Probleme und Krisen erfahren durch die Globalisierung eine internationale Verflechtung. Sie können oftmals nicht mehr rein national gelöst werden, sondern erfordern stattdessen ein hohes Maß an internationaler Kooperation. Dadurch geht auch die nationale Verantwortung der einzelnen Staaten allmählich zurück, wofür die Europäische Union mit ihren Auseinandersetzungen über die in ihr geltenden Zuständigkeiten ein aktuelles Beispiel ist.

Negative Folgen für den Arbeitsmarkt

Sowohl in den Industrieländern, als auch in den Entwicklungs-und Schwellenländern kann sich die globale Wirtschaftsweise negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken, wenn auch in ganz unterschiedlicher Weise. Arbeitsplätze, die für wenig qualifizierte Arbeitnehmer geeignet sind, beispielsweise im Bereich der Warenproduktion, werden zunehmend in Billiglohnländer verlagert. Darunter leiden nicht nur die Industriestaaten, sondern auch die Arbeitnehmer in diesen Billiglohnländern, die nicht selten schlechte Arbeitsbedingungen wie unverhältnismäßig lange Arbeitszeiten und eine ungenügende soziale Absicherung hinnehmen müssen. Auch Kinderarbeit ist in diesen Ländern noch immer aktuell. Aus Sicht der Globalisierungsbefürworter sind jedoch sowohl der Arbeitsplatzmangel in Industrieländern, als auch die sinkenden Industrielöhne eher durch den technischen Fortschritt als durch Globalisierungsprozesse bedingt.

Verschärfter Wettbewerb

Der verschärfte weltweite Wettbewerb lässt den Schwachen nur wenige Aufstiegschancen. Stattdessen werden die Starken immer stärker, wodurch Wohlstand sehr ungerecht verteilt wird und die Schere zwischen armen und reichen Ländern immer weiter auseinander klafft. Großkonzerne verdrängen die kleinen Unternehmen, was in besonderem Maße für die lokalen Industrien gilt. Diese mächtigen Global Player haben zudem nicht selten großen Einfluss auf die Politik eines Landes, was ebenfalls von vielen Seiten kritisiert wird. Die Gewinnmaximierung steht für diese Großkonzerne in der Regel im Zentrum ihres Interesses, wofür viele Menschen Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen müssen.

Belastung der Umwelt

Kritiker betonen immer wieder die negativen Auswirkungen, die die Globalisierung auf die Umwelt hat. Insbesondere der hohe Grad an Spezialisierung führt dazu, dass Waren nicht mehr komplett an einem Ort produziert und montiert werden, sondern dass statt dessen Einzelteile auf der ganzen Welt gefertigt und dann rund um den Globus transportiert werden. Auch Fabriken mit veralteter Technik, die hohe Emissionen ausstoßen, können den Treibhauseffekt verstärken. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Fortschritte der Schwellenländer, die den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zusätzlich erhöhen. Die internationalen Maßnahmen für den Klimaschutz sind aus Sicht der Globalisierungsgegner nicht ausreichend. Auch die so genannten Freihandels- oder Sonderwirtschaftszonen werden scharf kritisiert. Hier gibt es so gut wie keine Umwelt-oder Arbeitsschutzbestimmungen: Die Unternehmen können hier nach eigenem Ermessen handeln. Hinzu kommt ein durch die Globalisierung theoretisch unbegrenztes Warenangebot bei einer begrenzten Nachfrage. Die Folge ist eine Überproduktion und somit die Verschwendung von wichtigen Ressourcen.

Verschärfung der globalen Kriminalität

Ein weiterer Nachteil der Globalisierung liegt in der Verschärfung der internationalen Kriminalität, die in den letzten Jahrzehnten rasant angestiegen ist. Das internationale Strafrecht hat in diesem Bereich noch großen Aufholbedarf, um zukünftig zu verhindern, dass Kriminelle in anderen Staaten untertauchen können, um einer Strafe zu entgehen.

Dominanz der Industrienationen

Immer wieder wird kritisiert, dass in einer globalisierten Welt die Entwicklungsländer nur wenig Mitspracherecht haben, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Diese werden von den Industrienationen ohne Einbeziehung der wirtschaftlich schwächeren Staaten getroffen. Das verstärkt die Abhängigkeit der armen von den wohlhabenden Ländern. Zudem müssen wirtschaftlich schwächere Länder ihre Preise niedrig halten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Zusätzlichen Anlass für Konflikte geben die unterschiedlichen Voraussetzungen in den einzelnen Staaten, die dafür sorgen, dass der Globalisierungsprozess überall mit einer anderen Geschwindigkeit abläuft, sowie die weltweite Beschleunigung der Finanzströme und die damit erhöhte Gefahr für Krisen und eine außer Kontrolle geratende Wirtschaft.

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