Deutschland profitiert von Globalisierung – typisch deutsch?

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Die Bundesrepublik kann in vielerlei Hinsicht von den Auswirkungen der Globalisierung profitieren und sie in gewissem Maße auch vorantreiben. Doch wie sieht das Ganze aus, wenn man es mal von außen, aus anderen Ländern betrachtet? Was machen die Deutschen „richtig“? Welche positiven Aspekte assoziieren sie mit Deutschland, was ist typisch deutsch für sie aus dieser Perspektive? Fragt man einmal bei Amerikanern, Asiaten und europäischen Mitbürgern nach, häufen sich die Antworten zu bestimmten Themen. Dabei werden nicht nur Klischees bedient – wobei viele positiv ausfallen und wohl der Realität entsprechen.

Export – „Made in Germany“ als Gütesiegel

Auf die Frage, was typisch deutsch sei, erhält man oftmals die Antwort: Gute Autos! Deutschland zählt zu einer der größten Exportnationen weltweit. Deutsche Autos sowie Chemieprodukte sind dabei die häufigsten Exportgüter und verhelfen Deutschland zu Platz 2 auf der Export-Weltrangliste. Doch nicht nur die Quantität überzeugt im weltweiten Vergleich, auch die Qualität: „Made in Germany“ steht weltweit nach wie vor für hohen Standard. Auch Industriemaschinen aus deutscher Produktion sind auf dem Weltmarkt sehr gefragt, bei der Produktion spielt dabei neben der Qualität auch immer mehr die Nachhaltigkeit eine große Rolle.

Weiterhin im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation ist es erwähnenswert, dass Deutschland über das viergrößte Bruttoinlandprodukt der Welt verfügt. Auch die Entwicklung von Neuerungen steht hoch im Kurs: Deutschland hält regelmäßig den Jahresrekord im Hinblick auf neue Patentrechte. Das wirtschaftliche Wachstum und Entwicklung verhelfen der Bundesrepublik zu weltweitem Ansehen.

Doch nicht Produkte „Made in Germany“ und der Export spielen eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft, sondern auch die Bedeutung als Umschlagbasis für den weltweiten Handel. Waren und Güter werden auf dem Weltmarkt an verschiedenen Orten gekauft, an einer Stelle gesammelt und schließlich weiterverkauft. Dabei sind die Logistik und das Lieferkettenmanagement ein wesentlicher Faktor, den Deutschland zu großen Teilen übernimmt. Positiver Effekt neben der Bedeutung für die Weltwirtschaft: Es entstehen dabei zahlreiche Arbeitsplätze für viele Bundesbürger. Hier zeigt sich ein weiteres „Vorurteil“, welches über uns Deutsche besteht: Der Deutsche ist fleißig, arbeitet gerne und effektiv und legt Wert auf Ordnung.

Recycling: die Umwelt schonen

Ein weiterer Aspekt, der früher oft belächelt wurde, nun aber immer mehr auf Bewunderung und Nachahmungsversuche stößt: Die Deutschen schützen gerne ihre Umwelt. Sie trennen gerne den Müll und verwerten ihn wieder. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Recycling, über 60% des Abfalls werden hierzulande recycelt, während der Rest in Müllverbrennungsanlagen verwertet wird, lediglich ein kleiner Bruchteil von 2-3% landet auf Müllhalden. Klassisches Beispiel für das Recycling in Deutschland: Die Pfandautomaten im Supermarkt. Hier werden nicht nur Mehrwegflaschen angenommen, sondern auch PET-Einwegflaschen gesammelt und zur Wiederverwertung verarbeitet.

Dicht gefolgt im europäischen Vergleich wird Deutschland von den Niederlanden mit nahezu identischen Werten. Auch Österreich ist aktiv beim Recyceln von Abfällen, auch hier werden über 60% wiederverwertet. Im Vergleich: Spanien recycelt nur etwas mehr als 30% der Abfälle und mehr als die Hälfte wird auf Mülldeponien gelagert. Auch in den restlichen europäischen Ländern ist Recycling eher eine Ausnahme, die Tendenz geht immer noch sehr stark zu Müllhalden. Im direkten Vergleich zwischen Deutschland und den USA werden vom Gesamtabfallaufkommen von 200 Millionen Tonnen im Jahr in den USA nur 22% des Mülls recycelt, in Deutschland sind es rund 41% des Gesamtabfalls im Jahr (40 Millionen Tonnen).

Erneuerbare Energien optimal nutzen

Ebenfalls auf die Umwelt und Nachhaltigkeit bezogen ist das „Vorurteil“, dass wir Deutschen gerne auf grüne Energie zurückgreifen. Erneuerbare Energien werden in Deutschland immer häufiger genutzt. Dazu zählen Wind-, Solar-, und Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie. Vor allem Windenergie ist zu einer stark genutzten Energiequelle avanciert, beispielsweise wurden im Januar 2012 von 140 Milliarden Kilowattstunden Gesamtstromerzeugung 46% aus Windenergie bezogen, 40,9% aus Bioenergie, 28% aus Photovoltaik und 21,2 Prozent aus Wasserkraft. Die Tendenz dabei ist stark steigend, besonders im Vergleich mit den Vorjahren.

Auch wenn Solarenergie in dieser Auflistung nur einen kleinen Anteil darstellt, sollte man sich folgenden Vergleich vor Augen halten: Im Juli 2013 hat Deutschland so viel Solarenergie produziert wie noch nie zuvor in einem Monat – das sind etwa 6,5 mal so viel, wie in den gesamten USA erzeugt wird. Trotz des massiven Größenunterschieds der beiden Staaten und der geringeren Sonnenscheindauer hierzulande nutzt Deutschland die Sonnenstrahlung effizienter. Ein weiterer Vergleich: Am Ende des Jahres 2012 hatte Deutschland circa 400 MW Solarstrom pro Millionen Einwohner produziert, die USA hingegen nur 25 MW pro Millionen Einwohner, damit liegen sie auf Platz 20.

Was ist noch typisch deutsch?

Natürlich kommen auf die Nachfrage, was Deutschland so berühmt macht, auch viele Klischees zum Vorschein: das Bier, regionale Wurstspezialitäten wie Rostbratwürstchen, Currywurst etc., Pünktlichkeit und Ordentlichkeit, die Autobahn und natürlich auch der Fußball. Zwar können diese Aspekte auf den ersten Blick nicht mit der Globalisierung in Verbindung gebracht werden, jedoch wird beispielsweise das deutsche Bier in aller Welt verkauft und erfreut sich großer Beliebtheit, sodass auch hier der Export und somit die Wirtschaft profitieren. Auch Tugenden wie Pünktlichkeit und Ordentlichkeit finden sich in der bereits erwähnten, hohen Qualität deutscher Produkte wieder.

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