Auswirkungen der Globalisierung auf die deutsche Wirtschaft
Deutlich wird dies auch durch die durchschnittliche Arbeitszeit, die für den Kauf von Produkten aufgewendet werden muss: während ein deutscher Durchschnittsarbeitnehmer 1960 noch über 351 Stunden arbeiten musste, um sich ein Fernsehgerät leisten zu können, benötigte er im Jahre 2005 für ein qualitativ deutlich hochwertigeres Gerät nur noch 34 Stunden (Quelle: Stern-TV vom 25. April 2006).
Dies wird dadurch ermöglicht, dass viele Unternehmen die Produktion arbeitsintensiver und transportfähiger Waren in die sogenannten Billiglohnländer auslagern, in denen die meist nur angelernten Arbeiter nur ein Bruchteil dessen verdienen, was ein deutscher Arbeitnehmer für die gleiche Arbeit bekommt. Diese Produktionsstätten bieten auch noch weitere Vorteile: wie minimierte Lohnnebenkosten, geringe Mieten & Immobilienpreise und oftmals ein gigantisches Angebot an billigen, ggf. auch sehr gut ausgebildeten Arbeitnehmern.
Das bedeutet im Gegenzug natürlich auch, dass die entsprechende Produktion und damit die Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden. Die Arbeitsplätze in der Produktion werden ausgelagert, die Entwicklungsabteilungen und Verwaltungen mit ihrem Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften bleiben in der Regel in Deutschland. So gibt es am Niederrhein, dem Gebiet zwischen Aachen und Krefeld, kaum noch eine Textilfirma, während diese früher die Region prägten.
Die Verlagerung dieses Industriezweiges hatte seinen Grund darin, dass die dort hergestellten Produkte zu teuer waren, um noch wettbewerbsfähig sein zu können. Die Folgen für Deutschland sind also durchaus zweischneidig: während sich die Käufer über vielfältige und billige Produkte freuen können, verlieren viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz und belasten damit das deutsche Sozialsystem enorm.
Dass der Weg der Produktionsauslagerung aber sein kann, beweisen die - immer häufiger auch in der Öffentlichkeit diskutierten - Beispiele der Firmen, die aufgrund von Faktoren wie massiven Qualitätseinbußen wieder auf heimische Produktion setzen. Immer mehr Unternehmen setzen auf Qualitätsarbeit und höchst qualitative Produkte, um auch in der Wirtschaftskrise bestehen zu können. Dieser Trend scheint keinen Abbruch zu finden – im Gegenteil. Die Tendenz der Unternehmen, die die Standortvorteile einer Produktion in Deutschland nutzen möchten zeigt nach oben.
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